»Wir arbeiten als Gast im System Schule«

Schulmüdigkeit, Schulabsentismus und Schulverweigerung sind Begriffe für den selben Zustand: Das Kind will nicht zur Schule gehen. Dass das nicht selten vorkommt, lässt die Zahl an Schulverweigerungsprojekten ahnen. Doch wie arbeiten diese Projekte?

Interview mit Stephanie Schöne, Bereichsleiterin »Bildung« des Schulverweigerungsprojektes PLAN L

Schüler und Schülerinnen, die mit der Schulanwesenheitspflicht nicht klar kommen, sei es wegen der Lautstärke, den Lehrern, den anderen Schülern, der Gruppensituation, dem Druck, dem geforderten Lerntempo, oder einem anderen Grund, werden schnell als »Schulverweiger« bezeichnet. Sie freilernen zu lassen, ist legal nicht möglich. Was also tun? Eine offizielle Möglichkeit sind sogenannte Schulverweigerungsprojekte, von denen es einige gibt. Das Problem scheint also ein bekanntes zu sein.

Doch was passiert eigentlich in Schulverweigerungsprojekten? Welche Chancen kann so ein Projekt bieten? Was für Ergebnisse erzielen sie? Das wollte das unerzogen Magazin vom Projekt »PLAN L«, einem von mehreren Schulverweigerungsprojekten in Leipzig, wissen.

Wie lange gibt es PLAN L schon?

PLAN L gGmbH als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe arbeitet seit 1998 in Leipzig. Die Angebote im Bereich der Bildungshilfen gibt es seit 2006. Damals begannen wir im Rahmen des ESF-Bundesprogramms »Schulverweigerung. Die 2. Chance« in Kooperation mit der 16., 20. und 125. Schule. Im Jahr 2008 kam das Förderzentrum für Erziehungshilfe hinzu, in den Folgejahren weitere Schulen.

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