Kinder kämpfen um ihre Rechte

Die KinderRÄchTsZÄnker, kurz K.R.Ä.T.Z.Ä. waren eine Berliner Gruppe Jugendlicher, die sich für Kinderrechte stark machten. Sie fielen besonders in den 90er Jahren mit Aktionen zur Stärkung der Kinderrecht und gegen den Lernzwang auf. Eine kurze Geschichte einer Kinderrechtsgruppe.

Martin Wilke & Mike Weimann

Die Berliner Kinderrechtsgruppe K.R.Ä.T.Z.Ä., kurz für KinderRÄchTsZÄnker, entstand im Herbst 1992. Einige Kinder wollten sich selbst um ihre Rechte kümmern – und nicht auf die Gutmütigkeit der Erwachsenen warten. Zunächst ging es um Ungerechtigkeiten im Alltag von Kindern: um die Macht von Eltern und Schule. Die erste Drucksache, die K.R.Ä.T.Z.Ä veröffentlichte, war die KinderRÄCHTsZwiebel , eine vielseitige A6-Broschüre. Wir wollten Tipps und Tricks für andere Kinder sammeln, damit diese sich selbst und besser wehren können. Im Sommer 1994 erschien das Plakat Was wir an der Schule falsch finden , das 14 Kritikpunkte von »Lernzwang« über »Einzelherrscher« bis »Lehrerfrust« enthält.

Unser Forderungen gegen Altersdiskriminierung, Fremdbestimmung in der Schule, gegen Erziehung haben wir nicht aufgegeben.

1995 kam ein neues Thema hinzu, das uns bundesweite Aufmerksamkeit brachte: Die Forderung nach dem Wahlrecht ohne Altersgrenze (und ohne Stellvertretung durch die Eltern). Zwei Jugendliche, 13 und 16 Jahre alt, zogen vor das Bundesverfassungsgericht. Nachdem die Klage aus formalen Gründen nicht zur Entscheidung angenommen wurde, versuchten andere K.R.Ä.T.Z.Ä.-Mitglieder sich vor der Bundestagswahl 1998 in das Wählerverzeichnis eintragen zu lassen, klagten dann vor dem Verwaltungsgericht und fochten schließlich die Bundestagswahl an. Unsere sich anschließende, zweite Verfassungsbeschwerde wurde vom Bundesverfassungsgericht verworfen: weil es »schon immer eine Altergrenze« gegeben habe. Anlässlich der Bundestagswahl 2002 initiierten wir die Petition »Ich will wählen«, in der mehr als 2000 Unter-18-jährige ihr Wahlrecht forderten.

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