Depressive Störung in der Vaterschaft

Bekommen Männer depressive Krisen, die durch eine Schwangerschaft der Partnerin oder der Geburt des Kindes ausgelöst werden, ist das Umfeld eher überrascht. Handelt es sich um persönliches Versagen oder eine biographische Krise?

Egon Garstick

Der von Wilhelm Busch kreierte Titel »Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr …«, ist zwar im Volksmund schon lange bekannt, doch trotzdem sind heute immer noch viele Menschen überrascht, wenn sie von depressiven Krisen bei Männern hören, die durch eine Schwangerschaft ihrer Partnerin oder die Geburt ihres Kindes ausgelöst wurden.

Viele der betroffenen Männer haben früher, wohl aus einem Schamgefühl heraus, solche Krisen verschwiegen, weil sie befürchteten, nicht mehr als richtiger Mann angesehen zu werden, wenn sie von ihren Zweifeln und Sorgen erzählen würden. Die Verdrängung ging sogar nicht selten so weit, dass die vor der Außenwelt versteckten Sorgen und ambivalenten Gefühle gegenüber der Vaterschaft durch übermäßigen Alkoholkonsum regelrecht weggesoffen oder auch durch übertriebenen Aktionismus weggearbeitet wurden.

Ich kann mich erinnern, dass man früher in meiner norddeutschen ländlichen Heimat frisch gebackene Väter durch Männersaufrunden nach der Geburt eines Kindes zu trösten versuchte.

Flüssiger Trost

Was sollte wohl im – gerade zum Vater gewordenen – Mann getröstet werden?

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