Das E-Wort

Eine Kolumne von Johanna Gundermann

Im Herbst 2006 entstand meine »unerzogen«-Website, und ich gründete die gleichnamige Mailingliste. In den USA schossen sogenannte Unschooler wie Pilze aus dem Boden, beeinflusst vor allem durch John Holt, Autor mehrerer Bücher über selbstbestimmtes Lernen. Darauf stieß ich, nachdem ich Auf den Spuren des verlorenen Glücks von Jean Liedloff gelesen hatte und recherchierte, wie es nach dem Tragen, Stillen und Familienbett weitergehen sollte, vor allem, wenn man das alles schon »vergeigt« hatte …

Auf Deutsch fand ich außer K.R.Ä.T.Z.Ä. und Stephanie Mohsennias Schulfrei- Website wenig im Netz, vor allem keinen praktischen Austausch, der mir so sehr fehlte. In einem Gästebuch (!) auf der Schulfrei-Website gab ich unerzogen sowie den Link zur Mailingliste bekannt. Inspiriert von den regen Online-Diskussionen der » Radical Unschoolers « wollte ich die besten Antworten auf die dringenden praktischen Fragen des Alltags sowie Übersetzungen veröffentlichen. Im Nu waren einige Dutzend Menschen angemeldet, schnell wurden es über Hundert. In den Hochzeiten – vor dem Facebook-Boom – waren es bis zu 600 Mitglieder. Sie waren sehr aktiv, begeistert und motiviert. Es war klar: Es gab Redebedarf. Wie geht Nicht-Erziehen?

Von »Antipädagogik«, gar dem Buch, hörte ich zum ersten Mal erst Monate später. 2007 wurde ich vom tologo verlag gefragt, ob sie den Namen »unerzogen« für ein Magazin-Projekt verwenden dürften, und ob ich zudem mit in die Redaktion einsteigen wöllte. Und ob ich wollte!

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