Oma, meine Lebensversicherung

Warum gibt es Großeltern? Evolutionär gesehen, haben die Eltern unter uns Menschen mit etwa 40 Jahren ihre Aufgabe erfüllt: Wir haben unsere Gene weiter gegeben. Wenn das nicht mehr möglich ist, gibt es eigentlich keinen Grund, weiter da zu sein. Oder doch?

Nicola Schmidt

Für diesen Artikel wurde im Internet folgende Frage gestellt: »Wie wichtig sind Großeltern für euch?« Es zeigte sich deutlich, dass Großeltern für viele Menschen wichtig sind – die eigenen und die der Kinder.

T. schreibt: »Ich bin praktisch bei Oma und Opa groß geworden. Die tollsten Ausflugserinnerungen und damit eine tolle Kindheit hatte ich durch die Großeltern. Sie haben einfach nur geliebt und viel (zu viel) erlaubt«

S. erinnert sich: »Ich bin bei Oma und Opa mit aufgewachsen, Werte und Regeln habe ich von ihnen mitbekommen und zehre noch heute von meiner tollen Kindheit bei ihnen.«

S. schreibt: »Unsere Kinder lieben sie, und sie sind ein wichtiger, großer Bestandteil ihrer Welt. Und sie erleichtern auch mir sehr oft den Tag.«

K. schreibt: »Ohne die würde es gar nicht gehen. Schon bevor ich arbeiten gegangen bin.«

Warum Großeltern eine Ausnahme sind

Großväter und -mütter werden von ihrer Familie versorgt, obwohl sie selbst keine Kinder mehr bekommen können. Die Forschung zeigt: Wahrscheinlich tun sie das, weil Großeltern dennoch weiter Kinder »auf die Welt« bringen und das Überleben sichern – und zwar das ihrer Enkel.

Biologisch gesehen ist das Ziel des Lebens, die Gene weiter zu geben. Lebewesen leben, vermehren sich und sterben. Bei den meisten Säugetieren (Ausnahmen bilden etwa Grindwale und Orkas) und den meisten Primaten legt die Natur dieses Prinzip sehr streng aus: Sobald ein Weibchen nicht mehr fruchtbar ist, stirbt es innerhalb weniger Jahre – oder wird von seiner Gruppe verstoßen, bei einigen sogar umgebracht. Menschen bilden da eine interessante Ausnahme: Ein weiblicher Homo sapiens sapiens kann 80 Jahre alt werden – aber nur etwa die Hälfte dieser Jahre wird sie selbst Kinder kriegen. Trotzdem füttern viele Menschengruppen ihre Alten seit Jahrtausenden weiter durch. Warum nur?

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