Meine Enkel werden nicht erzogen!

Wenn sich Eltern entscheiden, ihre Kinder nicht zu erziehen, betrifft das nicht nur sie und ihre Kinder. Auch die Großeltern sind von dieser Entscheidung betroffen. Wie geht es ihnen damit? Wie sehen sie den Umgang ihrer Kinder mit den Enkeln? Wir baten einige Großeltern, uns ihre Erfahrungen zu schildern. Vier Erfahrungsberichte.

Wer sein erstes Kind bekommt, hinterfragt die eigene Erziehung, die eigene Kindheit und entscheidet sich für einen Umgang mit dem Kind. Manchmal unterscheidet dieser sich gravierend von dem, wie die Eltern selbst aufgewachsen sind. Besonders Familien, die sich dafür entscheiden, sich von Erziehung abzuwenden, gehen mit ihrer Familie ganz neue Wege. Dafür müssen sie viel Konventionelles hinter sich lassen. Wie ist das für die Großeltern? Wie sehen sie die Entwicklung der Enkel, den Umgang ihrer Kinder mit diesen? Was gefällt ihnen daran und was nicht? Drei Omas und ein Opa berichten hier von ihren Gefühlen, ihren Ansichten und Erfahrungen.

Gudrun Imhoff

Kinder, die keiner erzieht, entwickeln sich wunderbar, wenn sie gut begleitet werden

Meine Töchter sind 1968 und 1970 geboren. Nach der frühen Trennung von ihrem Vater habe ich mit den Kindern als berufstätige alleinstehende Mutter gelebt.

Als Kriegskind (Jahrgang 1939) habe ich meine Eltern vor allem jung und belastet erlebt. Sie haben während des Krieges noch zwei weitere Kinder bekommen, und 1947 das vierte Kind. Flucht und Armut haben meine Kindheit geprägt. Die ersten zehn Jahre waren keine schöne Kindheit, obwohl ich tolerante Eltern hatte. Es hat mich niemand gequält, aber ich habe früh verstanden, dass ich »spuren« musste. Ich habe funktioniert, damit meine Eltern sich keine Sorgen machen müssen.

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