Bertha Suttner

Die Waffen nieder!

Eine Lebensgeschichte

verschiedene Verlage

Der 1889 erschienene Roman machte von Suttner über Nacht zur weltbekannten Friedensaktivistin.

Das Werk lässt den Leser die vielfältigen Kriege und Friedensintrigen im Europa der Jahre 1858 bis 1871 aus der Perspektive der Protagonistin Martha erleben und fasziniert unter anderem deshalb, weil es zu den dürren Fakten, die eventuell aus dem Geschichtsunterricht bekannt sind, die menschlichen Hoffnungen, persönliches Glück und blutige Szenen der Grausamkeit von damals hinzufügt. Die Autorin verflicht autobiographisch und authentisch Erlebtes so eng mit ihrer Hauptfigur, dass die Leser sie manchmal für eine Person halten könnten.

Im Epilog zu dem Buch wird beschrieben, wie der Tod am 21. Juni 1914 Bertha von Suttner die Erfahrung der Vergeblichkeit ihrer Warnungen ersparte. Ebenso erspart blieb ihr die Erkenntnis des Lesers von heute, dass ihr Buch einen überdeutlichen Hinweis für den Grund dieser Vergeblichkeit liefert, warum die Menschheit bis zum heutigen Tag – trotz 75 Jahren Bedenkzeit nach der Zündung der ersten drei Atombomben im Juli und August 1945 – ihr Schicksal weiter unter das geistlose und blutige Gesetz des »Rechtes des Stärkeren« stellt, statt dass sie sich auf die dem Menschen eigene »echte Größe, die dem Geiste angehört« (Simone Weil, frz. Lehrerin und Philosophin), und damit auf die Menschenwürde besinnt. Die Heldin jenes Buches verlor in den Kriegen neben anderen ihre drei Männer. Vom ersten Mann hatte sie einen Sohn, der im Buch nur wenig Aufmerksamkeit erfährt – dafür umso mehr in einer Episode im 3. Kapitel:

»Mein Sohn Rudolf, nunmehr ein siebenjähriger kleiner Mann, fing jetzt an, lesen und schreiben zu lernen, und seine Lehrerin – war ich. (…) Besonders unliebsam war mir die Soldatenspielerei, welche sowohl mein Vater wie mein Bruder mit dem Kleinen trieben. (…) Eines Tages kamen wir dazu, Friedrich [Marthas neuer Liebhaber, also eine Art Stiefvater] und ich, wie Rudolf mit einer Reitgerte unbarmherzig auf zwei wimmernde junge Hunde einhieb.

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