Aushandlungsprozesse als Instrument Demokratischer Schulentwicklung

Häufig wird im Zusammenhang mit Demokratieentwicklung in Schulen von »Erziehung zur Demokratie« gesprochen. In der Regel sollen wenige Lehrpersonen viele andere (Kinder und Jugendliche) zu Demokratie erziehen. Bei der demokratischen Entwicklung durch Aushandlungsprozesse geht es hingegen darum, dass alle (Erwachsene wie Kinder und Jugendliche) über Dialog und gemeinsame Aktivitäten dazu lernen und sich entwickeln können. Dies schließt die Selbstreflexion sowie das Hinterfragen bisheriger Strukturen und Machtverhältnisse mit ein.

Dorothea Schütze

Durch Aushandlungsprozesse werden Räume und Möglichkeiten geschaffen, um mit allen beteiligten Akteuren demokratische Umgangsformen zu entwickeln und als kostbares Gut zu verinnerlichen.

Aushandlungsprozesse können im schulischen Kontext immer dort entstehen, wo es um Aspekte der Schulentwicklung (z. B. das Schulprogramm) geht bzw. zentrale Fragen der Schule bearbeitet werden sollen. Die dazugehörigen Aushandlungsrunden setzen sich bestenfalls aus Vertretern aller schulischen Interessengruppen zusammen (Pädagogen, Eltern, Schüler und Schülerinnen, technisches Personal, externe Partner, etc.), mindestens jedoch aus denjenigen, die von anstehenden Entscheidungen und damit verbundenen Maßnahmen unmittelbar betroffen sind.

Betroffene werden zu Beteiligten

Das System Schule birgt für demokratische Entwicklungen besonders große Herausforderungen. Dies nicht allein aufgrund der existierenden Hierarchien und Machtstrukturen, sondern auch wegen der unterschiedlichen Rollen und Positionen sowie der damit verbundenen unterschiedlichen Interessenlagen, die es miteinander zu vereinbaren gilt.

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