Helikopterdrohne fürs liebe Kind

Eine Kolumne von Annette Amrhein

Von Helikoptereltern hat heute jeder schon einmal gehört. Solche Eltern verhalten sich, als würden sie am liebsten über den Kindern kreisen, um pausenlos erziehen und eingreifen zu können. Dieser Begriff hat die Industrie nun zu einem genialen Produkt inspiriert. Die Firma » Argus Child Control « hat eine Drohne entworfen, die nur handtellergroß ist und morgens mit dem Kind das Haus verlässt, wenn es zur Schule geht. Sie beobachtet das Verhalten im Straßenverkehr, stößt vom Himmel herab, wenn der Nachwuchs einen Fehler macht und meldet den gegenwärtigen Standort pausenlos per GPS nach Hause. Einige Modelle senden sogar Livebilder. Das Produkt hat in Elternkreisen große Begeisterung hervorgerufen, der Absatz der Drohne ist gigantisch. Nachdem die ersten dieser fliegenden Nervensägen auf Schulfluren gesichtet wurden und Lehrern blutende Stirnwunden geschlagen haben, wurde durchgesetzt, dass sie draußen warten müssen, bis der Unterricht vorbei ist. Sie haben kleine Saugnäpfe an den Füßen und sammelten sich nun in den Bäumen vor den Schulen zu dunklen Schwärmen.

»Das war hier wie in Hitchcocks Die Vögel «, sagte uns Rektor L. aus W. »Einer unserer Kastanienbäume ist kürzlich zusammengekracht, sämtliche Äste haben unter der Last dieser Viecher nachgegeben. Danach gab es hier auch noch Proteste von Baumschützern. Nur Ärger!«

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