Keine Angst vor der Angst!

Viele Schwangere kennen sie: die Angst vor der bevorstehenden Geburt ihres Kindes. Dabei kann die Spannweite der Angst von leichter Unruhe bis hin zu regelrechter Panik reichen. Wie Schwangere mit der Angst vor der Geburt Freundschaft schließen können und wie ihr Umfeld sie dabei unterstützen kann.

Kendra Gettel

Für diese Angst gibt es eine ganze Reihe möglicher Gründe. Es können unbewusste, Angst besetzte Erinnerungen an die eigene Geburt als Baby sein oder vorhergehende schwere Geburten der Geschwister des Babys. Doch ein ganz grundsätzliches Problem sind die allgemeinen Botschaften rund um Geburt, die eine Schwangere von allen Seiten beeinflussen. Kaum eine Geburtsszene in Film oder Fernsehen, in der keine vor Schmerzen schreiende oder stöhnende Gebärende vorkommt, die in einer Atmosphäre – als ginge es um einen medizinischen Notfall höchsten Ranges – unter Geschwindigkeitsüberschreitung ins Krankenhaus gefahren wird und ohne den Beistand der modernen Medizin verloren wäre.

Im Internet und in vielen Geburtsvorbereitungskursen steht die Frage im Mittelpunkt, wie frau in aller Welt nur die Wehenschmerzen überleben kann, und manchmal wird es dann nur noch auf die Frage reduziert, zu welchem Zeitpunkt der Geburt eine Frau denn am besten die obligatorische PDA nimmt. Den Rest erledigen dann die dramatischen Geschichten anderer Frauen. Kein Wunder, dass es unter dem Einfluss solcher Botschaften ein wenig schwer fällt, sich auf das Wunder der Geburt zu freuen und ihm entspannt entgegenzusehen.

Viele Frauen, die sich für einen Geburtsvorbereitungskurs mit Hypnose an mich wenden, suchen nach einem Weg, diese besagte Angst irgendwie in den Griff zu bekommen. Und das ist absolut möglich – ich erlebe immer wieder, wie Frauen im Laufe des Kurses zuversichtlicher werden und eine innere Wandlung durchleben, an deren Ende sie zuversichtlich an sich und ihre Gebärfähigkeit glauben und positive Geburtserfahrungen machen.

Doch es sollen hier nicht die Wirkungen einer bestimmten »Methode« angepriesen, sondern eine neue Sicht auf auftretende Ängste und auf die Geburt vorgestellt werden, die dazu beitragen kann, der Angst ihren Stachel zu nehmen.

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