Bullerbü gibt’s doch!

Am Pfingstwochenende im Mai trafen sich Familien, die ihre Kinder selbst betreuen, beim Kitafrei-Festival am Edersee. Schön, aber anders als geplant, verlief das Festival und die Organisatorinnen sammelten einige Erfahrungen für weitere Treffen. Was fand statt und wird es weitere Festivals geben? Ein persönlicher Bericht.

Rebecca Körner

Das wird wohl nichts, aber zum Abblasen ist es zu spät. Kurz vor dem Festival hagelt es Absagen von Mitorganisatoren, Moderatoren und Referenten. Danach ist das ursprünglich abwechslungsreiche Programm so spärlich, dass das Kitafrei-Festival die Bezeichnung »Festival« nicht mehr verdient. Ich schäme mich für meinen Enthusiasmus und würde mich für die nächsten Wochen am liebsten eingraben.

Als in einer Facebookgruppe selbstbetreuender Eltern ein großes Treffen in Erwägung gezogen wurde, war ich diejenige, die am lautesten »hier« brüllte. Wenn ich für eine Sache brenne, muss ich sie sofort umsetzen. Voller Tatendrang stürzte ich mich also in die Organisation, und jetzt habe ich den Salat!

Das erste Kitafrei-Festival fand auf einem Campingplatz am Edersee statt.

Bei Facebook entwickelt sich seit einigen Jahren ein stetig wachsendes Netzwerk von selbst betreuenden Familien. Sie tauschen sich aus, möchten weitere Eltern ermutigen, sich gegen Fremdbetreuung zu entscheiden und politisch was bewegen. Ich selbst schätze den Austausch auf virtueller Ebene. Mich beschäftigten oft andere Themen, als die von befreundeten Familien in der Nähe, und im Netz finde ich Gleichgesinnte. Ich möchte auch mit meinen virtuellen Bekanntschaften in den persönlichen Dialog gehen und habe deshalb das Festival organisiert.

Kurz vor dem Festival melden sich auf das Interview im unerzogen Magazin (1/16) hin weitere Leute und wollen aktiv mitmachen. Völlig unabhängig von sozialen Netzwerken. Patricia (alle Namen wurden geändert) kommt uns vorher mit ihrer Tochter besuchen. Wir kannten uns bereits flüchtig vom Stilltreffen für Kleinkinder. Als sie mein Foto im Magazin entdeckte, erkannte sie mich wieder und schrieb mir eine E-Mail. Manchmal braucht es eben Umwege im Leben, um Mut zu schöpfen.

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