Wir lernen, was wir wollen!

Das ABC erläutert zentrale Begriffe Demokratischer Schulen, die immer wieder im Zusammenhang mit Demokratischen Schulen genannt werden. (Teil 2)

Martin Wilke

B wie Bewertung

So sehr einem manchmal an dem Urteil anderer gelegen ist, so wenig ist man daran interessiert, ungefragt bewertet zu werden. Menschen empfindet das meist als ungerechtfertigte Einmischung.

Schüler zu bewerten, obwohl sie nicht danach gefragt haben, belastet das Verhältnis von Schülern und Mitarbeitern, weil der Bewertende festlegt, welchen Maßstäben der Schüler zu genügen hat.

Wenn sich jemand selbst das Ziel steckt, etwas Bestimmtes zu lernen oder eine bestimmte Sache zu erledigen, kann er nur selbst entscheiden, wann er mit dem Geleisteten zufrieden ist. Und solange er noch nicht zufrieden ist, will er weiter daran arbeiten.

Menschen legen bei ihren selbstgewählten Aktivitäten meist sehr strenge Maßstäbe an ihre eigene Arbeit an. Mittelmäßigkeit stellt sie nicht zufrieden. Sie wollen wirklich gut in dem sein, was sie tun.

Die Schüler brauchen niemanden, der ihnen sagt, was sie noch nicht können. Sie merken selbst, wann sie eine Sache beherrschen und bei welchen Dingen sie noch Schwierigkeiten haben. Wenn sie an der Meinung anderer interessiert sind, können sie natürlich um eine Einschätzung bitten. Solche Einschätzungen sind unvermeidlich subjektiv, und niemand muss sich die Maßstäbe der anderen Person zu eigen machen. So läuft das im alltäglichen Leben, und so sollte es auch in einer Demokratischen Schule sein.

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