Eltern raus aus der Schule! Und was ist mit Inklusion?

Eine Kolumne von Nicola Kriesel

Inklusion und Demokratie werden in Anlehnung an Ines Boban und Andreas Hinz von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gern als Zwillingspärchen bezeichnet – das eine ist ohne das andere nicht möglich, wenn es fertig gedacht ist. Beide Ideen sind Garant für Menschenrechte, für alle Menschen. In Gesellschaften genauso wie in Institutionen. Demokratische Schulen beanspruchen das gerne für sich – mit einer Ausnahme: die Eltern.

Im Konstrukt Demokratischer Schulen, insbesonderer solcher die sich verstärkt auf das Sudbury-Modell berufen, werden Eltern dezidiert nicht als Teil der Schulgemeinschaft angesehen und haben damit auch keine Teilhabe an der Entscheidungsfindung der Gemeinschaft. Hier werden sie ausgeschlossen, aufgrund ihrer Rolle. Gleichwohl werden sie natürlich als Geldgeber benötigt und selbstverständlich auch als Vertraute – für ihre Kinder aber auch für die Schule, in die sie ihre Kinder geben und wofür sie bezahlen.

In der Regel haben Eltern in jeder staatlichen Regelschule mehr Entscheidungsrechte als in einer Demokratischen Schule. Dafür gibt es einerseits gute Gründe (Kinder brauchen elternfreie Räume, in denen sie in Unabhängigkeit derer auf die sie so angewiesen sind, Entscheidungen über das eigene Tun und Sein treffen können), andererseits bleibt in Hinblick auf Inklusion (Alle sind willkommen!) ein schaler Beigeschmack in dieser Realität der Exklusion.

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