»Was Hänschen nicht lernt, …« ?

Chinesisch im Kindergarten, Mathe und Mozart bereits während der Schwangerschaft, Computer- und Rechenprogramme in der Kita – an der Frage, wie viel Frühförderung notwendig ist, scheiden sich die Geister. Es gilt immer wieder kritisch zu hinterfragen, was Kinder tatsächlich von Erwachsenen brauchen für ein zufriedenes Aufwachsen.

Sylvia Ziegler

Folgende aktuell anmutenden Sätze stammen von dem Arzt und Pädagogen Janusz Korczak und sind nahezu einhundert Jahre alt: »›Was wird aus ihm, was wächst da heran?‹, fragen wir uns beunruhigt. Wir haben den Wunsch, dass die Kinder besser werden als wir es sind. Wir träumen vom perfekten Menschen der Zukunft.«

Trotzdem stellen sich uns heute angesichts der schnellen Entwicklungen in der Welt ähnliche Fragen und es schließt sich gleich die Frage an, was das Kind eigentlich braucht, um optimale Entwicklungschancen zu haben. Dieses Fragen, Zweifeln und der Wunsch nach der Gewissheit, das Richtige im Umgang mit dem Kind zu tun, verbindet Eltern, Pädagogen und Wissenschaftler. Abhängig von der Antwort und dem daraus resultierenden Umgang mit dem Kind spaltet es aber auch in verschiedene Lager auf.

»Kleinkinder können nicht auswählen, welche Lernarten und Erfahrungsmöglichkeiten ihnen am ehesten dabei helfen, sich wertvolle Kompetenzen anzueignen. Ihre Entwicklung ist abhängig von den Einstellungen, Überzeugungen und Entscheidungen der Erwachsenen, die für sie verantwortlich sind«, sagt der Naturwissenschaftler und Lernpädagoge Salman Ansari in seinem Buch Rettet die Neugier!

Dabei darf nicht vergessen werden, dass auch in Zeiten, in denen Wissenschaftler und Pädagogen dazu aufriefen, das Kind nicht unnötig zu verhätscheln, sondern lieber schreien zu lassen bzw. durch Prügel zu züchtigen, den Erziehungsmethoden die gleiche Motivation wie heute zu Grunde lag: nämlich das Kind auf das Leben bestmöglich vorzubereiten.

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