Das böse Wort mit F?

Eine Kolumne von Sylvia K. Will

Irgendwann vor oder nach der Geburt eines Kindes stellt sich für alle Eltern die große Frage – »Wie machen wir das mit der Betreuung?« Für manch einen ist das Modell recht schnell klar – das Kind entweder in einer Kita bzw. zur Tagespflege angemeldet oder ein Elternteil entscheidet sich zu Hause zu bleiben. Und nicht selten entbrennt zwischen beiden Gruppen ein angespannter Konflikt darüber, welche Betreuungsoption für das Kind die bessere sei. Die Standpunkte diesbezüglich sind hinreichend ausgetauscht, mit verschränkten Armen steht man sich gegenüber und verteidigt die eigene Meinung, wohlwissend, dass man sich dadurch nur mehr entfernen als annähern wird. Viele Eltern machen sich Sorgen, inwieweit ihre persönliche Haltung zu (Nicht-)Erziehung vereinbar ist mit dem Modell »Kindergarten« oder ob sich beides nicht sogar ausschließt. Wer sich mit erziehungsfreiem Leben beschäftigt, wird irgendwann auf das ungewöhnliche Wörtchen »unden« stoßen, welches bedeutet, Lösungen zu finden, die scheinbare Widersprüche vereinen.

Sind Eltern also aus persönlichen Gründen auf Fremdbetreuung für ihr Kind angewiesen, so können sie einiges dafür tun, eine größtmögliche Kongruenz zwischen ihren persönlichen Ansprüchen und der Notwendigkeit einer Betreuung zu schaffen. Zu allererst sollten sie die Einrichtung, die ihre Kinder betreuen soll, sorgsam auswählen. Durch Besuche in der Einrichtung, Gespräche mit Erzieherinnen und Leitung sowie Fragen zum Konzept können sie feststellen, welches Menschenbild der Einrichtung zu Grunde liegt und ob sich dies in den Grundzügen deckt mit dem, was sie sich für ihre Kinder wünschen. Nun wird jeder Kindergarten trotzdem Regeln und Abläufe haben, die sich von denen zu Hause unterscheiden. Auf Grund der Vielzahl an unterschiedlichen Menschen, die dort aufeinandertreffen, ist dieser Umstand nicht zu vermeiden.

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