Die Welt fängt jenseits der Gartenpforte erst richtig an

Kommentar von Eberhard Schulz

Um das Jahr 1870 schrieb der Maler Ludwig Richter (1803-1884) in seinen Lebenserinnerungen, wie er in früher Kindheit seinen Dresdner Stadtteil erlebt und was er dort getrieben hatte. Er schloss das Kapitel mit den Worten: »Ob sich bei solchem Treiben auf einem für das Kindesalter geeigneten reichen Schauplatze Phantasie und Gemüt nicht noch besser ausbilden sollten, als in den jetzt beliebten Kleinkindergärten, wo systematisch gespielt wird, stets mit bildender Belehrung und liebevoller Aufsicht umgeben?«

Ist denn Bildung und liebevolle Aufsicht etwa schlecht?

Meine Hamburger Großmutter erzählte, in der Zeit der Cholera hätten die auf der Straße spielenden Kinder zueinander gesagt: »Wer wohl morgen von uns fehlt?« Wäre es jenen Kindern nicht besser bekommen, wenn sie unter fürsorglicher Aufsicht gewesen wären und dabei ordentliche Hygiene und Gesundheitsvorsorge gelernt hätten – wie in neuzeitlichen Kindertageseinrichtungen, die 2012 dafür sogar vom Gesundheitsminister mit einem Preisgeld bedacht werden konnten?

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