Bildung und Urbanes: Aus der Forschung für das Großstadtkind

Die Städte erfreuen sich eines rasanten Zuzuges. Die dafür erforderliche Wohn- und Verkehrsinfrastruktur sind für die betroffenen Städte eine große Herausforderung. Architekten und Urbanisten diskutieren die neuen Herausforderungen der Städte der Zukunft. Doch welcher Raum wird darin für die Bildung vorgesehen?

Melanie Brockmann

Während allerorts die in Europa entstandenen Trennwände zwischen Jung und Alt, Arm und Reich, Stadt und Land analysiert und diskutiert werden, ist eines bereits Tatsache: Immer mehr Menschen ziehen in die Großstadt, um dort zu leben. Während 2010 bereits 50 % der Bevölkerung in Städten lebten, sollen es 2050 schon 70 % sein. Dabei sind es vor allem die Hoffnung auf bessere Arbeit und höhere Gehälter und die Lust auf urbane Kultur und urbanen Lebensstil, die weltweit immer mehr Menschen in die Städte ziehen. Im Hinblick auf den sozioökonomischen Strukturwandel in vielen Städten und mit dem Ziel nachhaltiger Entwicklung, ruft der amerikanische Architekt und Stadtplaner Daniel Libeskind dazu auf, höher zu bauen, um damit u. a. die Mieten gering zu halten. Man baut Passivhäuser mit energieerzeugenden Algenwänden und gehörigen Volumen Grünpflanzen, und konzentriert sich dabei auf die vertikale Ausrichtung von Städten, in denen man im Aufzug vom Lebensmittelgeschäft über den Squash-Platz zum Arbeitsplatz wechseln kann. Das Zürcher Architektenduo Fabio Gramazio und Matthias Kohler spricht sich ebenfalls für eine ausgesprochene dreidimensionale Urbanität aus und plant eine Stadt in einem 600 m hohen Turm – ohne motorisierten Verkehr, aber mit optimaler Flächennutzung. In den sich rasant verdichtenden Städten wachsen damit auch mehr Kinder auf, und es stellt sich generell die Frage, inwieweit solche und andere Antworten auf die Stadt der Zukunft den Lebensraum der Kinder und damit auch den Raum der Bildung miteinbeziehen.

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