Wir lernen, was wir wollen!

Das ABC erläutert zentrale Begriffe, die immer wieder im Zusammenhang mit Demokratischen Schulen genannt werden. (Teil 5)

Martin Wilke

E wie Externe Abschlüsse

Schüler, die an Demokratischen Schulen in Deutschland einen der klassischen Schulabschlüsse, beispielsweise den Mittleren Schulabschluss (MSA), erwerben möchten, müssen die Prüfungen extern ablegen, d. h. an einer anderen Schule, die zur Abnahme der Prüfungen befugt ist. Die Vorbereitung auf die Prüfungen kann allerdings in der Demokratischen Schule stattfinden.

Doch warum sind an Demokratischen Schulen externe Prüfungen (auch als Nichtschülerprüfungen oder Schulfremdenprüfungen bekannt) so verbreitet? Schulen in freier Trägerschaft können entweder genehmigte oder anerkannte Ersatzschulen sein. Die Genehmigung ist die Voraussetzung dafür, dass Schüler an dieser Schule die Schulpflicht erfüllen. Anerkannte Ersatzschulen dürfen selbst die staatlichen Schulabschlüsse vergeben, sind im Gegenzug aber enger an die Vorgaben gebunden, die für staatliche Schulen gelten. Dies gilt etwa für die Befolgung der Lehrpläne und die Vergabe von Notenzeugnissen.

Lehrpläne und Notenzeugnisse sind klassische Merkmale traditioneller Schulen, vertragen sich aber nicht gut mit den Ideen Demokratischer Schulen. Deshalb verzichten Demokratische Schulen auf eine Anerkennung und begnügen sich mit der Genehmigung.

Bei klassischen internen Prüfungen haben die Lehrer eine doppelte Rolle: Sie sollen die Schüler auf die Prüfungen vorbereiten, sind aber zugleich selbst jene Prüfer, das heißt, sie sollen sowohl auf Seiten der Schüler stehen, aber ebenso das System der Zugangsberechtigungen repräsentieren. Bei externen Prüfungen können die Lernbegleiter ganz parteiisch auf Seiten der Schüler stehen

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