Kindheit 0.0 – Warum Kinder ihren »Eigensinn« brauchen

Ein Kommentar von Herbert Renz-Polster

Hand aufs Herz. Wenn wir Großen die Gelegenheit hätten, unsere Kinder neu zu programmieren … Na ja, schwachsinnig ist der Gedanke nicht, man kann heute das smart home schaffen, das selbst fahrende Auto, wir implantieren Sensoren unter die Haut, und das ist erst der Anfang … – Warum nicht auch den Kleinen mit ein paar modernen Apps auf die Sprünge helfen? Weg mit dem alten Gerümpel, mit dieser Gemüse-Verweigerung, den Zornanfällen, dem Eigensinn. Und mit der Pubertät sowieso. Stattdessen hätten wir Kinder, die sich auf unser Leben einstellen, das ist ja auch ohne Kinder schon schwer genug.

Da ist nur ein kleines Problem: die Kinder nämlich. Beziehungsweise ihre Entwicklung. Der Weg, wie sie zu Lebewesen werden, die über smart homes nachdenken und über neue Mobilität. Und über den Sinn und Unsinn eines Unterfangens, über das sich etwa Schimpansen nie den Kopf zerbrechen würden: Was, wenn wir unseren Nachwuchs neu programmieren könnten? Was würden wir behalten, was weglassen?

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