Das Kind als mangelhafter Mensch: Die Folgen dieser Sichtweise für die westliche Gesellschaft (Teil 2)

Was es bedeutet, von Anbeginn seines Lebens das Gefühl des »Nicht-Richtigseins« in sich zu tragen – und was das wiederum für die Gesellschaft, ja die Menschheit an sich bedeutet – davon berichtete bereits der erste Teil dieses Artikels. Hier nun werden das gemeinsame Schlafen, gute Manieren und Lernen in der Schule beleuchtet.

Naomi Aldort

Ausnahmslos jedes Baby hat ein natürliches, vorrangiges und absolut richtiges Bedürfnis: in den Armen seiner Mama oder direkt neben ihr zu schlafen, die mütterliche Brust jederzeit verfügbar. Ein Bedürfnis, das nicht nur von Naturvölkern ernst genommen wird, sondern auch in den meisten anderen Gesellschaften gestillt wird. Babys der modern-westlichen Welt dagegen erfahren mit wenigen Ausnahmen etwas ganz Anderes. Nämlich eine Verweigerung dieses Grundbedürfnisses. Gekoppelt mit der Einsicht: »Besser ich höre auf andere als auf mich selbst.« Diese Message erhalten die meisten Babys bereits bei ihrer Geburt. Schon zu Beginn ihres Lebens wird ihnen meist ununterbrochener Körperkontakt mit der Mutter bzw. das Stillen nach Bedarf untersagt.

Für Babys – eben erst geboren – hat der Schlaf etwas Unheimliches, Bedrohliches: Er ähnelt dem Tod. Es ist nicht einfach nur dunkel. Im Schlaf sind wir uns auch unserer Existenz nicht mehr bewusst. Was ziemlich beängstigend sein kann. Babys schaffen es nicht einmal im wachen Zustand, ihre Existenz zu erfassen. Nur über Körperkontakt können sie sich ihres physischen Seins bewusst werden. Es ist also genau dieser Kontakt, der dem jungen Menschen vermittelt: »Du bist am Leben, du bist sicher, du wirst überleben.« Im Schlaf allein gelassen zu werden, bedeutet Todesängste und widerspricht jeglichem natürlichen Gefühl für »Richtigkeit«. Im Schlaf allein gelassen zu werden, bedeutet für das Baby: »Ich weiß nicht, ob ich weiterleben werde, und ich weiß auch nicht, ob meine Mama – meine Quelle der Sicherheit – noch lebt.« Derartige Erlebnisse sind Psychoterror. Die englische Sprache hat keine treffenden Worte zur Verfügung, diesen unwürdigen und unmenschlichen Zustand adäquat zu beschreiben.

Die Welt der Schlaf-Mythen

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Feststeht: Eine Mutter, die nicht in der Überzeugung aufgewachsen ist, sie selbst sei ein mangelhafter Mensch, kann ihr Baby schlicht und ergreifend nicht allein schlafen lassen. Das geht ganz einfach gar nicht. Leider haben aber viele Mütter der westlichen Gesellschaft schon sehr früh in ihrem Leben verinnerlicht, dass sie sich lieber an fremden Stimmen als an der eigenen orientieren. Mit dem Ergebnis, dass sie tatsächlich dazu fähig sind, ihr Baby zum alleinigen Schlaf zu zwingen. Selbst wenn es weint. Oder es werden die verschiedensten Tricks zur Beruhigung herangezogen (Anm. d. Ü.: Schnuller, elektrische Wippen, Mobiles, etc.). Aber das, was das Kind wirklich braucht, das bleibt ihm verwehrt: der Körperkontakt mit der Mutter. Die Selbstversicherung über die vertraute Person. Die Überzeugung, dass das Baby ja einfach gar nicht wissen kann, was es braucht, hält sich in der westlichen Gesellschaft hartnäckig und lässt sich auch nur schwer ausmerzen. Eine der häufigsten Fragen, die mir Eltern stellen, ist folgende: »Mein Baby will einfach nicht allein schlafen. Wie kann ich ihm helfen?« Den Müttern fällt dabei meist nicht auf, dass es natürlich nicht notwendig ist, dem Baby dabei zu helfen, allein zu schlafen. Was dagegen notwendig ist, ist das Reagieren auf das wahre Bedürfnis: nämlich gemeinsam zu schlafen!

Ein anderer Mythos, der jungen Müttern aufgetischt wird: Das Baby oder das kleine Kind muss durchschlafen! Viele Mütter gehen diesem Irrglauben auf den Leim. Aber nicht, weil das ihrer inneren Weisheit entspricht. Sondern weil sie es so gehört und gelernt haben. Tja, und die anderen, die Experten, die müssen es natürlich wissen. Besser wissen. Häufig beginnen Mütter erst gar nicht, tiefer zu schauen und nach ihrer eigenen Wahrheit zu suchen. Wenn mich also Eltern um Unterstützung bitten, vermeide ich es tunlichst, eine weitere Stimme zu sein, die ihnen sagt, was zu tun sei. Im Gegensatz dazu unterstütze ich sie dabei, sich von der Abhängigkeit von der Meinung anderer zu befreien. Damit sie offen und bereit sein können, um in sich selbst nach Antworten zu suchen. Ist diese Innenschau einmal gemacht, wird es einer Mutter nicht mehr möglich sein, ihr Baby allein schlafen zu lassen. Das geht dann einfach gar nicht mehr. Denn die »Natur« hat sich gewiss nicht getäuscht bei der »mütterlichen Ausstattung«: Mütter sind von Natur aus eins mit ihrem Baby. Sie sehnen sich danach, dessen Bedürfnisse zu stillen, indem sie es immer nahe bei sich haben.

Die Folgen von Respektlosigkeit

Dank wegweisender Organisationen wie zum Beispiel »Attachment Parenting International« oder der »La Leche Liga« schlagen immer mehr westliche Mütter einen verantwortungsbewussten Weg ein, zumindest in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder. Allerdings handelt es sich dabei immer noch um eine Minderheit. Zu tief sitzt die Überzeugung in den meisten Eltern: Der Arzt und die sogenannten »Anderen« wissen bestimmt besser Bescheid als ich selbst. Und das Kind? Es lernt seine Lektion: »Mit mir stimmt etwas nicht. Ich muss anscheinend von anderen geformt werden und ihren Anweisungen folgen – auch wenn das meinen eigenen Bedürfnissen und Empfindungen zuwiderläuft.« Kein Wunder, dass Kinder und junge Frauen so einfach und häufig zu Missbrauchsopfern werden. Wir, die Menschen, denen sie vertrauen, lehren ihnen doch, ihre innere Weisheit zu ignorieren und stattdessen der Meinung von Autoritäten, von den Medien zu folgen; sich der Mehrheit (»aber das machen doch alle so …«) anzuschließen.

Babys allein schlafen zu lassen, ist nichts Anderes als Respektlosigkeit. Und einer der Gründe dafür, dass diese jungen Menschen ihren eigenen Körper nicht wirklich spüren können; und in weiterer Folge ein möglicher Grund für die zahlreichen sexuellen Dysfunktionen und auch Missbrauchsfälle in dieser Gesellschaft. Ein bei der Geburt verletzter Mensch, ein Mensch, dessen natürliches und richtiges Bedürfnis nach Nähe nicht erfüllt wurde, erfährt eine Abspaltung von körperlichen Empfindungen. Sowohl was seinen eigenen Körper betrifft als auch den anderer Menschen. Kommt emotionaler oder physischer Schmerz dazu, kann es in einer späteren Lebensphase zu Selbstverletzungen kommen (zum Beispiel durch Drogenkonsum, Zuckerkonsum etc.). Oder zur Verletzung anderer. Glücklicherweise ist es den meisten Erwachsenen ein Anliegen, ihre Wunden zu heilen. Vielen ist es auch – trotz Schwierigkeiten – möglich, ein einigermaßen erfülltes Leben zu führen. Die meisten Menschen allerdings lernen niemals vollständig, auf ihr Inneres zu hören und zu völliger emotionaler Freiheit, Kraft und Freude zu finden.

Ich mag dich, so wie Ich dich will

Dass kindliches Verhalten verändert werden muss – diese Idee resultiert ebenfalls aus der Vorstellung, dass das Kind ein mangelhafter Mensch sei. In westlichen Gesellschaften wird es als Notwendigkeit angesehen, Kinder zu Menschen zu formen, die sich gut benehmen. Zu Menschen, die sie quasi erst werden müssen. Und in ihren jungen Jahren eben noch nicht sind. Konkret sieht diese Umformung dann so aus: Wenn Kinder sich so benehmen, wie es die Natur für sie in dieser Entwicklungsstufe ihres Lebens vorgesehen hat, wenn sie also auf kindliche Weise ihre gesunden Bedürfnisse ausdrücken, dann schreiten sofort »die Erwachsenen« ein. Stoppen sie, bestrafen sie, schelten sie, verletzen sie. Das Kind gilt als falsch, der Erwachsene als richtig. Ist das Kind zu aktiv, versucht man, es mit Medikamenten zur Ruhe zu bringen. Es zu einer unnatürlichen Ruhe zu zwingen. Einer Ruhe, bei der es stillzusitzen und den Instruktionen Erwachsener zu folgen hat. Dagegen ein Kind, das zu schüchtern wirkt, wird zum Ablegen dieser Eigenschaft gezwungen; und ein zu lautes Kind wird zum Leisesein angehalten. Will es wachbleiben, wird es zum Schlafen gezwungen; ist es aber untertags müde, erfolgt wiederum der Zwang zum Wachbleiben und Mitarbeiten in der Klasse. Es ist eine permanente Dressur, Manipulation.

Dem Kind werden »leere« Verhaltensweisen Erwachsener beigebracht, die für es selbst zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn ergeben. Und es wird von ihm erwartet, dass es diesen Verhaltensweisen gerecht wird, egal, ob diese sich mit seiner Gefühlswelt decken oder nicht. Kinder, die sich zum Beispiel nicht an das vorgesehene, akkordierte Vokabular halten, werden gern korrigiert. Kinder, die gern spielen möchten, werden zum Sitzen und »Lernen« gezwungen. Und Kindern, die hüpfen und mit dem aufoktroyierten Lernen nicht klarkommen, wird medikamentös »nachgeholfen«. Bestrafung ist natürlich auch eine Möglichkeit.

Beziehungskiste mit Korrekturstift

Meistens zeichnen sich Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern durch Kommandos, Korrekturen, Instruktionen und Verbote aus: »Mach das nicht, setz dich hin, steh auf, räum das weg, mach, was ich sage, wein jetzt nicht etc.« Außerdem gibt es da oft eine Menge an Drohungen: »Wenn du dich nicht beeilst, dann werde ich …, wenn du so mit mir sprichst, dann …, wenn du nicht gleich aufstehst, dann …, wenn du jetzt nicht schlafen gehst, dann …, wenn du nicht aufräumst, dann … etc.« In Folge dieser unwürdigen Behandlung – ja aus Verzweiflung darüber – weinen Kinder dann meist, beißen, schlagen. Was wiederum dazu führt, dass sie gerügt werden, dass sogenannte Auszeiten verhängt werden, dass sie bestraft werden. Zugehört allerdings, nein, zugehört wird ihnen nicht. Von Kindern wird erwartet, dass sie frühzeitig erwachsen sind. Sie sollen aufräumen, teilen, »schön« essen, die Bedürfnisse anderer wahrnehmen, still sitzen, für die Schule lernen etc. Was sie selbst wollen, wird oft übersehen. Oder als unwichtig abgetan. Erfüllt ein Kind die Erwartungen der Erwachsenen so ganz und gar nicht, kommt es sogar häufig zu physischer Gewaltanwendung, zu Bestrafungen, zu Beschimpfungen und Missbrauch. Selbst Eltern, die ihre Kinder nicht schlagen, beschämen häufig, schimpfen, drohen und belasten mit Schuldgefühlen. All das passiert nur aus einem einzigen Grund: aufgrund der Vorstellung, dass Kinder korrekturbedürftig sind; dass Kinder erst zu jemandem gemacht werden müssen; zu jemand anderem; als sie selbst sind.

Vom Bitte- und Dankesagen

Für Kinder, die dazu angehalten werden, den Erwartungen anderer zu entsprechen, gibt es ein großes Ziel: Anerkennung und Zustimmung der anderen. Authentizität, Lebendigkeit und Unverfälschtheit der Beziehung zu anderen Menschen bleiben dabei natürlich auf der Strecke. Was genau, glauben wir eigentlich, wird unser Kind lernen, wenn wir ihm einbläuen: »Sag danke!«? Die meisten Eltern denken wirklich, dass das Kind dabei etwas lernt, und zwar das Gefühl von Dankbarkeit. Aber lernen Kinder derartige Empfindungen, indem man ihnen sagt, dass sie xy machen sollen? Nein. Was sie dabei eher lernen, ist: »Aha, ich sollte wohl anderen immer vorgeben, was sie zu sagen haben.«

Wie haben wir selbst uns gefühlt, als wir jung waren und gesagt bekamen: »Sag danke!«? Und wann haben wir wirklich den tieferen Sinn von und für Dankbarkeit entwickelt? Konnten uns die Worte »Sag danke« ein Gefühl für Dankbarkeit vermitteln, bevor wir selbst dieses Gefühl aus uns heraus empfunden haben? Oder haben wir dieses Gefühl etwa viel später entwickelt, völlig unabhängig von derartigen Instruktionen? Ist es vielleicht sogar möglich, dass manche Erwachsene sich unbehaglich fühlen, wenn sie sich bedanken sollen, wenn sie teilen oder sich entschuldigen – und das eben deswegen, weil sie es als Kind so sehr hassten, etwas gegen ihren eigenen Willen tun zu müssen?

In Wirklichkeit ist es so: Halten wir ein Kind dazu an, gute Manieren zu zeigen, so offenbaren wir damit unsere eigenen schlechten Manieren. Anderen Menschen zu diktieren, was sie zu sagen haben, ist respektlos. Viele Erwachsene legen ihren Kindern die Worte in den Mund und erwarten, dass sie gehorchen. Und so lehren sie ihren Kindern, dass man durch Drohungen und Beschämung andere dazu bringt, zu tun und zu sagen, was man fordert. Anstatt Wertschätzung für die andere Person wird so Manipulation erlernt.

Ließen wir uns vorurteilsfrei und in Liebe auf junge Menschen ein, würden wir feststellen, dass sie sehr wohl Dankbarkeit ausdrücken; eben in kindlicher Art und Weise. Sie lächeln, umarmen, sind freudig, hüpfen, haben strahlende Augen. Das ist so viel authentischer als die Code-Wörter des Danks der Erwachsenenwelt. Diese eignet sich jedes Kind übrigens automatisch irgendwann an, sofern die Bedürfnisse der Kindheitstage erfüllt werden. Aber wir lehren und lehren, fordern, erzwingen das alles zu einem viel zu frühen Zeitpunkt. Vielleicht braucht es einfach, dass unsere Kinder durch uns Dankbarkeit, Großzügigkeit und Freundlichkeit erfahren dürfen, als dass wir ihnen diese Werte pädagogisch eintrichtern. Zeigen wir ihnen gegenüber Dankbarkeit, werden sie Dankbarkeit entwickeln. Geben wir ihnen dagegen Floskeln vor, die sie zu sagen haben, lernen sie höchstens, andere zu kontrollieren; sie lernen, respektlos zu sein. Das zum Thema »gute Manieren«.

Der »Wert« leerer Worte

Einem Kind ein »Danke« abzuverlangen (oder ein anderes Höflichkeitswort oder -zeichen), lehrt ihm ni cht , Dankbarkeit wirklich zu fühlen und von Herzen auszudrücken. Aber was lehrt es dann? Hier ein paar Gedanken dazu:

  • Das Kind hält es für gutes Benehmen, anderen zu sagen, was sie sagen oder tun sollen. Der Sinn des Gesprächs oder der Situation geht verloren; das Kind ist fokussiert darauf, dass jemand ihm vorgibt, was es tun oder sagen soll. Ansonsten gibt es Beschämung und Liebesentzug.
  • Vielleicht weniger augenscheinlich ist die Message, die sich Kindern durch Vorgaben dieser Art vermittelt: »Ich selber weiß anscheinend nicht, was zu tun oder zu sagen ist; ich höre besser auf die Erwachsenen und gehorche ihren Anweisungen.« Die Folgen sind Abhängigkeit und Mitläuferschaft.
  • Es können sich auch Selbstzweifel ergeben: »Warum ist mir nicht danach, Danke zu sagen? Irgendetwas stimmt wohl nicht mit mir.« Geringer Selbstwert, ein Gefühl der Unzulänglichkeit stellen sich in Folge ein.
  • Kinder erlernen unehrliches Verhalten: »Ich möchte das zwar nicht sagen/tun, aber es wird erwartet. Also werde ich einfach so tun, als ob. Dann sind sie zufrieden, auch wenn es nicht meinem eigenen Empfinden entspricht.«
  • Kind lernen, ihre Authentizität einzutauschen gegen Gefälligkeit gegenüber anderen. Sie lernen, sich selbst aufzugeben, um nach den Pfeifen anderer zu tanzen.
  • Kindern vergeht mit der Zeit die Freude am Dankesagen, da sie es mit Zwang, Kontrolle, Unehrlichkeit in Verbindung bringen. Die natürliche Entwicklung kann dadurch gehemmt oder eingeschränkt werden.

Ein Beispiel: Vielen Eltern ist es unangenehm, wenn Kinder auf Fragen anderer nicht antworten. Aufgrund ihrer eigenen Scham beginnen sie zu belehren, anzuleiten: »Komm, Johnny, sag der Frau doch, wie alt du bist.« Einer meiner Söhne antwortete nie auf derartige Test-Fragen von Erwachsenen bis zu seinem achten Lebensjahr. Ich war immer dabei und verteidigte sein Bedürfnis nach Privatheit. In solchen Fällen antwortete ich : »Also er will wohl grad nicht mit Ihnen sprechen. Sie können aber mit mir sprechen, wenn Sie möchten.« Und so erlebte mich mein Sohn als Schützerin seines Bedürfnisses. Heute ist er ein wunderbarer junger Mann mit ausgezeichneten Manieren. Außerdem sehr einfühlsam, was die Bedürfnisse anderer Menschen betrifft.

Unser Kind ist »gelungen«, also sind wir …

Erlebten wir als Kinder Beurteilung und Bevormundung, dann sind wir meist als Eltern in eben diesen Verhaltensmustern gefangen. Wir sind dann nicht nur der Meinung, dass Kinder erst in Form gebracht werden müssten; nein, wir sind auch süchtig nach Zustimmung anderer. Was bedeutet: Wir als Eltern wollen wiederum andere Eltern mit unserem wohlerzogenen, höflichen Kind beeindrucken.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Natürlich gibt es Eltern, die ihren Kindern Respekt entgegenbringen. Und diese Eltern begreifen auch, dass gute Manieren nicht bedeuten, jemand anderem zu gefallen, ihn zu beeindrucken. Kinder verdienen völligen Respekt für ihr Sein – ihr Alter, ihr Bewusstsein, ihre Fähigkeiten. Natürlich ist es nicht ganz einfach mit Kindern, die nicht den gesellschaftlichen Erwartungen entsprechen. Aber wenn Eltern wissen, dass eben genau diese Erwartungen so gar nicht mit kindlichen Bedürfnissen zusammenpassen, können sie sich auch in unangenehmen Situationen auf die Seite ihrer Kinder stellen. Und das ist mehr als notwendig. Schließlich sind sie Menschen und verdienen Respekt wie jeder andere Mensch auch.

Schule als Krönung der Kontrolle

Da in unserer Gesellschaft die Meinung vorherrscht, dass Kinder erst vervollständigt werden müssten, wurde auch eine Einrichtung erfunden, um deren Bildung zu kontrollieren: die Schule. Ein Ort, an dem Kinder in Herden Gleichaltriger erzogen und von Erwachsenen beurteilt werden.

Als Schulen erfunden wurden, ging es nicht um das Wohl des Kindes. Es ging immer um das Wohl des Staates, der Industrie, der Wirtschaft. Kinder werden hier gleichgeschaltet und zu braven, gehorsamen Angestellten und Konsumenten ausgebildet. Das ist die Art von Bildung, die in Schulen stattfindet. Leider sind sich viele Lehrer dieses »heimlichen Lehrplans« nicht bewusst. Wird es ihnen bewusst, verabschieden sich die meisten aus dem System. Wie zum Beispiel John Taylor Gatto, ein Lehrer aus New York. Oder besser: der Lehrer aus New York, wurde er doch gleich dreimal zum besten Lehrer des Jahres gewählt. Ich kann seine Bücher wärmstens empfehlen. Er schreibt sehr klar darüber, was an Schulen tatsächlich passiert: Der Lernstoff ist nach wenigen Jahren vergessen. Aber das »eigentliche Training«, das bleibt diesen jungen Menschen erhalten. Zum Beispiel:

  • Ich selbst weiß nicht, was gut für mich ist. Das wissen andere besser.
  • Ich sollte besser das lernen, was mir aufgetragen wird, ansonsten werde ich in dieser Welt nicht bestehen können.
  • Die anderen Kinder sind besser als ich. Ich hasse sie, wenn sie immer die richtigen Antworten geben.
  • Ich freue mich insgeheim, wenn ein anderer Schüler versagt. Dann kann ich mich hervortun und bekomme Beifall.
  • Aha, im Leben geht’s also um Wettkampf, um Konkurrenz.
  • Es ist unwichtig, eine Aufgabe für längere Zeit zu verfolgen. Unterbrechungen – wie zum Beispiel durch die Pausenglocke – sind in Ordnung.
  • Ich sollte mich anpassen.
  • Ich sollte mich Autoritäten beugen.
  • Mein Leben ist darauf ausgerichtet, einen Job zu bekommen.
  • Am besten, ich missachte meine innere Stimme und gehorche der Stimme anderer.
  • Ich brauche die Zustimmung und Anerkennung anderer.
  • Ich bin es nicht wert, ein freier Mensch zu sein. Die Schule muss ich einfach durchstehen, so wie jeder andere auch.
  • Erwachsene wissen mehr. Sie sind die oberste Instanz.
  • Engagement ist unnötig. Es reicht, wenn ich grad so durchkomme.
  • Ich sollte durch mein Verhalten gefallen, auch wenn das, was ich tue, nicht mit meinen Werten übereinstimmt.
  • Ich sollte einer Gruppe angehören. Das ist wichtig für Menschen.
  • Wenn ich mich nicht anpasse, wird mich niemand mögen.

Verloren in Glaubenssätzen …

Diese Liste könnte noch lange, lange fortgesetzt werden. Die zusammenfassende Message lautet: »Vergiss, wer du bist. Pass dich an. Du selbst bist nicht in Ordnung und auch nicht wertvoll. Du brauchst Führung durch andere; die wissen es besser.« Die jahrelange Verinnerlichung dieser Glaubenssätze ist verantwortlich dafür, dass sich so viele junge Menschen verloren fühlen. Sie wissen nicht, wer sie sind, wurde ihnen dieses Wissen doch schon abtrainiert zu einer Zeit, an die sie sich nicht mehr erinnern können. Dass Kinder als unbeschriebene Blätter gelten, hat große Auswirkungen: auf Geburt, Elternschaft, Schulsystem und generell die Art, wie sie in der Gesellschaft wahrgenommen werden. Ohne dieses separate System, das Expertensystem, würden Menschen ihre Selbstwirksamkeit wiedererlangen, ihre Autonomie über ihr Leben, über Geburt, Tod, Pflege usw. Sie würden dann das Spiel einfach nicht mehr mitspielen; das vorgegebene Spiel der Wirtschaft. Beschulung ist ein Mittel, Kinder abhängig zu machen, abhängig von äußerer Führung. Und zwar in allen Bereichen, wie zum Beispiel Gesundheit, Geld, Kleidung, Essen und Beziehungen. Menschen, die so heranwachsen, verlieren die Autorität über ihr Leben und wenden sich in allem an Experten, an den Staat, an »die anderen«. An Menschen, die alle dieselbe Pille geschluckt haben.

Schule und Selbstwert: Ob das gutgeht?

In einer Gesellschaft, die Kinder als leer und ignorant ansieht, brüsten sich oft die Erwachsenen, dass sie es sind, die aus den Kindern Menschen machen. Das bedeutet: Zwang durch Training und Belehrung sowie Kontrolle. Während sich Kinder, die in sich selbst verwurzelt bleiben (dürfen), kompetent fühlen – schließlich wissen sie, was sie wollen –, führen Kinder, die von außen gesteuert werden, ein hartes Leben aus Verstellung und Anpassung. Die Folgen sind Abhängigkeit, Unsicherheit und das Bedürfnis nach Zustimmung. Das Vergleichen und Verglichenwerden mit anderen, die Suche nach Befürwortung und Lob sitzen tief. Hier liegt auch der »Hund der Depression« begraben. Manche Menschen verirren sich so sehr in diesem Spiel, dass man sogar denken könnte, sie wären glücklich. Sie wirken so, waren sie doch »erfolgreich« darin, genau die Person zu werden, die von ihnen erwartet wurde. Und nach einiger Zeit wundert man sich darüber, warum Berühmtheiten und andere Menschen, die mit Erfolg assoziiert werden, so oft Selbstmord begehen oder an Depressionen leiden.

Diejenigen, die das System als sie selbst überleben, sind oft starke Persönlichkeiten.

Um Kinder zu dem zu machen, was ins Bild der Erwachsenen passt, erschuf sich unsere Gesellschaft Institutionen, die Kinder gegen ihren Willen besuchen müssen. Oder unter Manipulation ihres Willens. Ja, es gibt auch Kinder, die zur Schule gehen wollen . Das sind jene, die ihre Verbindung zu sich selbst so sehr verloren haben, dass sie wirklich glauben, dieser Wunsch käme authentisch aus ihnen selbst. Was nicht so ist. Was sich gut für sie am System Schule anfühlt, ist das Gefallen, das Dazugehören; schließlich lernten sie früh, sich am Außen – nicht am Innen – zu orientieren. Und das fängt schon mit der Geburt an. Muss es auch. Sonst wäre es nicht möglich, dass ein menschliches Wesen permanente Instruktionen sowie den Verlust von Freiheit so einfach hinnimmt.

Das Baby wird frühestmöglich von der Mutter getrennt; die Kinder werden in Wippen und Wiegen gelegt, in Kinderwägen durch die Gegend gefahren, Kindermädchen werden eingestellt. Der Körperkontakt zu Mama und Papa wird dadurch von Beginn an ersetzt. Die Trennung setzt sich dann fort, indem Kinder immer früher »außer Haus« betreut werden: durch Tagesmütter, Krippen und Kindergärten. Das Gefühl, selbstwirksam sein zu können, wird so systematisch untergraben. Die Mutter ist die Kraftquelle eines jungen Menschen. Ohne diese ist er hilflos, unverbunden. Und tut alles, um akzeptiert und geliebt zu werden. Wird bedürftig nach Zustimmung, um mit diesem tiefen Schmerz, dieser Sehnsucht nach dieser ersten und ursprünglichen Verbindung zurechtzukommen. Schließlich prophezeit sich, was die »Spielleiter« wünschen: Die Kinder werden abhängig von Autoritäten. Werden sie dann auch noch zum Lernen gezwungen, verschwindet auch die ureigene und jedem Menschen innewohnende Motivation.

So sind wir Menschen halt …

Das so abhängig gemachte Kind wird mit lauter Gleichaltrigen zusammengesteckt, die alle von Gefallsucht geprägt sind und Zustimmung brauchen. Die alle um die Aufmerksamkeit des Lehrers kämpfen und um das Überleben in einer Herde. Diese Art von Erlebnissen ist es, die das Kind von seiner eigentlichen Natur entfernen. Nun geht es um Konkurrenz, nun erscheinen Verhaltensweisen wie »Freude an den Niederlagen anderer«, Profilierung, Hervortun auf Kosten anderer. Und dann heißt es: Tja, das ist halt die Natur des Menschen. Nein, das sind die Folgen eines vom Menschen erschaffenen und dem Kind vorgesetzten Umfelds.

In einer Familie dagegen leben Menschen unterschiedlichen Alters zusammen. Zunächst wenden sich die Kinder denen zu, die mehr Kompetenz haben. Wenn sie dann älter werden und sich entwickeln, werden sie selbst automatisch zu denen, die Hilfe anbieten. In einer Gleichaltrigen-Gruppe dagegen wird Kindern diese Möglichkeit genommen. Gleichaltrige können sich gegenseitig nicht helfen; sie befinden sich auf demselben Entwicklungsstand. In einem derartigen Umfeld können sie schlicht und ergreifend nicht überleben, ohne dass sie sich völlig in die Abhängigkeit einer Autoritätsperson geben. Und diese Tendenz verstärkt sich mit den Jahren. Ein Leben in Abhängigkeit von Autoritäten wird mehr und mehr fixiert …

Menschen zum Befüllen

Die Schule macht aus Menschen Container. Container, in die irgendwelche Erwachsenen Informationen schütten, die eben diese ausgesucht haben. Natürlich gibt es Kinder, die an dieser Art des Lernens Interesse haben, die ihre Begabungen hier haben. Und die passen sich dann wunderbar in das System ein. Es hat den Anschein (auch für sie selbst), dass sie zufrieden sind. Doch selbst in diesen Fällen verlieren sich junge Menschen selbst aus den Augen. Sie können in einem derartigen Umfeld kaum herausfinden, wer sie selbst sind, was sie wollen. Diese Kinder gelten als Gewinner, spielen sie doch so wunderbar mit. Tragischerweise sind sie sich selbst des Verlustes kaum bewusst. Und Kinder, deren Fähigkeiten eher in Bewegung und Körpereinsatz liegen, können hier auch nicht gedeihen. Allzu gern werden sie medikamentös ruhiggestellt. Die Message lautet hier: »So, wie du bist, bist du falsch. Mit dir stimmt etwas nicht. Das muss korrigiert werden.«

Hierzu fallen mir oft Albert Einsteins berühmte Worte ein: »Es ist ein Wunder, dass Neugierde tatsächlich Schulbildung überleben kann.« Es gibt sie schon auch, diese Erwachsenen, die sich ihre Eigenständigkeit zurückerobern, die sich von der Kindheit quasi wieder erholen. Sie brauchen dazu allerdings zwischen fünf und zwanzig Jahre. In vielen Fällen allerdings finden die Menschen nicht zu sich selbst zurück, spielen weiter ein Spiel, das nicht ihres ist. Das Spiel, das andere für sie ausgesucht haben. Das Spiel namens »Konkurrenz und Erfolg«. Doch irgendwann wird das Spiel meist unlustig. Spielgefährten wie Depression, Aggression, Unzufriedenheit, Süchte, Essstörungen und andere Leiden gesellen sich dazu.

»Gute« Schüler … geht es ihnen wirklich gut?

Tatsache ist: Kinder verschwenden die kostbare Zeit ihrer Kindheit in Schulen. Sie sind von ihrer Kindheit wegsperrt, wie in Gefängnissen. Und sie glauben die Lüge, dass sie die Schule, die Formung, brauchen, um im Leben bestehen zu können. Autoritäten zu vertrauen und zu gehorchen, das wurde ihnen früh gelehrt. Der »heimliche« Lehrplan lautet: Training durch Lob, Bestrafung, Benotung, Beschämung, Gruppenzwang. Hier geht’s ums Gefallen, ums Erwartungen-Erfüllen, nicht um Selbstfindung und -bildung. Die besten Schüler sind gleichzeitig die, um die ich mir die meisten Sorgen mache. Sie verkaufen und verlieren sich meist vollständig; und der Preis ist hoch: Gerade unter »braven«, kooperativen Kindern gibt es mehr Selbstmorde, Essstörungen und Depressionen. Sie leben nicht ihr eigenes, sondern ein fremdes Leben. Irgendwann kommen sie drauf, und die Vorstellung, dieses Spiel weiterzuspielen, wird beängstigend und erdrückend. Die größte Freude entsteht in Menschen aus dem Gefühl heraus, sie selbst sein zu können. Genau das scheint aber für sehr angepasste Menschen kaum möglich zu sein; der Weg dorthin wirkt oft steinig, nicht gangbar.

Dagegen mache ich mir um jene, die im System scheitern, weniger Sorgen. Oft rufen mich besorgte Eltern an, fragen mich um Rat, weil ihre Teenager in der Schule »Probleme« haben, weil sie gegen das System rebellieren, weil sie sich um alles andere – nur nicht um die Schule – kümmern. Ja, das ist eine Erleichterung für mich, das zu hören. Für diese Eltern und Kinder freue ich mich. Das sind genau jene Kinder, die genug Kraft in sich haben, sich nicht vollständig vereinnahmen zu lassen. Es sind genau die, die überleben. Sie bleiben sich selbst bis zu einem gewissen Grad treu. Ein Wunder, wie ich finde. Nichtsdestotrotz: Auch für diese Kinder ist es oft schwierig. Ihnen fehlt oft die Kompetenz für sich selbst. Sie sind verwirrt, verlieren sich. Diejenigen, die das System wirklich als sie selbst überleben, sind oft sehr starke Persönlichkeiten, Erneuerer, Anführer, Aufrufer, Veränderer.

Der beängstigendste Aspekt dabei: Das Kind, das sich nicht ein- und anpasst, wird ein- und angepasst. Zur Not auch mit Medikamenten. Glücklicherweise gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts derartige Medikamente nicht. Einstein zum Beispiel flog von der Schule, und Edisons Mutter wurde gesagt, ihr Sohn wäre ein Dummkopf. Zurückgeblieben. Sie war weise genug, ihn aus der Schule zu nehmen. Viele andere Erneuerer konnten der Schul-Tyrannei entkommen. Heute haben wir dagegen keine Möglichkeit festzustellen, wie viele großartige Geister durch Beschulung und/oder Medikamentation erstickt werden.

An dieser Stelle soll aber auch gesagt werden: Es gibt Eltern, die ihre Kinder als kompetent ansehen, als freie Individuen. Es gibt Eltern, die ihre Kinder nicht zur Schule schicken. Diese Kinder – sofern sie frei sind von ihrer ersten Lebensstunde an – sind in der Regel frei von Beschränkungen. Sie sind fähig, ihr eigenes Leben zu gestalten. Sie sind zuversichtlich, vertrauensvoll, haben Elan, Ziele, sind sozial kompetent und fähig, mit Erwachsenen wirklich in Verbindung zu treten. Gleichgestellt. Mit gleichem Wert. Sie kennen sich selbst, und sie wissen über die Gesellschaft Bescheid. Schließlich leben sie in dieser Gesellschaft. Sie sind Teil dieser Gesellschaft von Anfang an. Das macht den entscheidenden Unterschied.

Dressierte Eltern als Dompteure

Heutige Eltern sind natürlich bereits ein »Produkt« des Mangelblicks, mit dem Kinder in dieser Gesellschaft gebrandmarkt sind. Und so wiederholen sie in den meisten Fällen genau das, was mit ihnen gemacht wurde. Von Anfang an kontrollieren sie ihr Baby, sagen ihm, wo es zu schlafen hat, wann es Hunger zu haben hat. Und weiter geht es dann mit Belehrungen über Höflichkeit und gute Manieren, darüber, was sie zu denken und fühlen haben. Schließlich geben sie ihre Kinder in Schulen, damit sie »zurechtkommen in dieser Welt«. In anderen Worten: um sie zu formen, an- und einzupassen. Mit besten Absichten folgen sie so genau jener Gehirnwäsche, der sie selbst unterzogen worden waren. Und kämpfen gegen das eigentliche Wesen ihres Kindes, seine ursprünglichen, gesunden Bedürfnisse.

Als Paradebeispiel gilt nach wie vor das Schlafen: Die meisten »trainierten« Eltern wittern ein Problem im natürlichen Bedürfnis ihres Kindes, bei ihnen zu schlafen. Und verhelfen sich mit Methoden, um dieses Bedürfnis abzustellen und zu verändern. Oder: Beschäftigt sich ein Kind gern allein, kann das schon mal nicht richtig sein. Es muss doch mit anderen in der Gruppe spielen (lernen); also wird es in die Krippe oder den Kindergarten gebracht. Weigert sich das Kind dann, dort ohne Mama zu sein, beginnt das »Trennungsprogramm«: Tja, das muss es halt auch lernen, diese Trennung von der Mutter. Und natürlich müssen Kinder auch irgendwann lesen lernen. Wollen sie nicht, werden sie dazu gezwungen. Das müssen schließlich alle mit sechs Jahren. Und so geht es weiter und weiter.

Ein ständiger Krieg gegen das eigene Kind. Alle Machtkämpfe, die Eltern mit ihren Kindern ausfechten, resultieren aus der Idee: Das Kind muss geformt werden, durch machtvolle Erwachsene. Mit dem Sinn und der Realität der Kindheit hat das alles nichts zu tun … ■

Naomi Aldort

ist Autorin und Familienberaterin. Als Mutter von drei Kindern hilft sie Eltern weltweit mit ihrem Wissen und ihrer unmissverständlichen Botschaft: Trust your children, trust yourselves. Sie lebt auf Orcas Island, Washington, USA. Mehr unter: www.naomialdort.com

Naomi-Aldort-Reihe

In dieser Reihe veröffentlicht das unerzogen Magazin regelmäßig Artikel von Naomi Aldort, die bereits lange als Familienberaterin tätig ist. Zusätzliche Texte von Naomi Aldort in deutscher Übersetzung werden sich auf der Website www.textbewegungen.at befinden.

Literatur

Naomi Aldort: Von der Erziehung zur Einfühlung: Wie Eltern und Kinder gemeinsam wachsen können. Arbor, 2008

John Taylor Gatto: Verdummt nochmal! Dumbing us down. Der unsichtbare Lehrplan oder: Was Kinder in der Schule wirklich lernen. Genius Verlag, 2009

Mary Griffith: Das große Unschooling Handbuch. Freilernen: Die ganze Welt als Klassenzimmer. tologo verlag, 2013

John Holt; Patrick Farenga: Das John-Holt-Buch zum eigenständigen Lernen. Genius Verlag, 2009

John Holt: Kinder lernen selbstständig – oder gar nicht(s). Beltz, 1999

John Holt: Aus schlauen Kindern werden Schüler – von dem, was in der Schule verlernt wird. Beltz, 2004

Gerald Hüther: Jedes Kind ist hochbegabt. Die angeborenen Talente unserer Kinder und was wir aus ihnen machen. Btb, 2013

Gerald Hüther: Würde. Was uns stark macht – als Einzelne und als Gesellschaft. Knaus, 2018

Ivan Illich: Entschulung der Gesellschaft. Eine Streitschrift. C. H. Beck, 2017

Alfie Kohn: Liebe und Eigenständigkeit. Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung. Arbor, 2010

Grace Llewellyn: Das Teenager Befreiungs Handbuch. Glücklich und erfolgreich ohne Schule. Genius Verlag, 2014 A. S. Neill: Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung: Das Beispiel Summerhill. Rororo, 1994

André Stern: Und ich war nie in der Schule. Geschichte eines glücklichen Kindes . Herder, 2013

André Stern: Werde, was du warst. Manifest für eine Ökologie der Kindheit. Ecowin, 2016

Allan Thomas: Informelles Lernen: Wie Kinder zu Hause lernen. tologo verlag, 2016

Gudrun Totschnig; Sigrid Haubenberger-Lamprecht; Alexandra Terzik-Auer: Lernen ist wie Atmen. Eigenverlag, 2017

(empfohlen von der Übersetzerin)