Kindergartenfrei – Unser Weg in einen Familienalltag ohne Kindergarten

Erziehungsfrei leben und Kindergarten – wie passt das zusammen? Bei der Eingewöhnung unserer Tochter kamen plötzlich viele Fragen auf und wir begannen, daran zu zweifeln, ob der Kindergarten die richtige Wahl für unsere Familie wäre. Wir entschieden uns dagegen und leben heute zufrieden kindergartenfrei. Welche Punkte sind dabei besonders wichtig für mich?

Sophie Mikosch

Eigentlich war es schon immer unser Wunsch, dass unsere Kinder eines Tages in den Waldkindergarten gehen würden. Das ganze Jahr über draußen in der Natur, die Jahreszeiten erleben, immer frische Luft und Bewegung, spielen mit dem, was der Wald zu bieten hat – das stellten wir uns toll vor. Doch dann kam alles ganz anders.

Als der Zeitpunkt kam, an dem unsere ältere Tochter einen Platz im Waldkindergarten bekam, war sie bereits knapp 3,5 Jahre alt und hatte inzwischen eine zwei Jahre jüngere Schwester.

Bis dahin hatte ich beide Kinder zu Hause betreut und wollte auch mit der Kleinen noch zu Hause bleiben, bis diese drei Jahre alt würde.

Ich hatte mich seit der Geburt meiner Kinder viel mit den Themen Attachment Parenting, bindungsorientierte Elternschaft und erziehungsfrei leben beschäftigt. Es war mir wichtig, mit meinen Kindern auf Augenhöhe zu sprechen und sie respektvoll und achtsam zu begleiten.

Und natürlich war es mir daher ebenfalls wichtig, dass andere Personen ebenso mit meinen Kindern umgehen würden. Als wir die Eingewöhnung im Waldkindergarten begannen, war für uns daher auch klar, dass wir diese in langsamen Schritten gehen und unsere Tochter erst dann alleine dort lassen würden, wenn wir ein gutes Gefühl dabei hätten.

Unser Traum vom Waldkinder- garten und die Realität

Schnell wurden wir auf den Boden der Tatsachen geholt und merkten, dass es für die Erzieher ein Ding der Unmöglichkeit war, zu zweit eine Gruppe von zwanzig Kindern auf dem relativ großen Waldgelände achtsam zu begleiten. Dass die Zeit nicht da war, auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder einzugehen und Konflikte emphatisch zu begleiten. Und dass die Erzieher ihren Beruf sehr wörtlich nahmen und ihnen daran gelegen war, die Kinder auch wirklich zu erziehen, sie auf die Schule vorzubereiten und gesellschaftsfähig zu machen. Auch weil das von anderen Eltern natürlich gefordert wurde. Nur, was bedeutet gesellschaftsfähig?

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