Auch Väter haben Rechte (und Pflichten)

Zum Thema »Väterrechte« lassen sich bisher kaum zusammenfassende Informationen finden. Das hat verschiedene Ursachen wie unterschiedliche Gesetze, die sie regeln. Was ist überhaupt unter »Väterrechten« zu verstehen? Ein Überblick.

Sandra Runge

In der aktuellen politischen Diskussion rücken die Rechte von Vätern wieder stärker in den Fokus. Vor Kurzem sorgte die Verleihung des Preises »Spitzenvater des Jahres«, dotiert mit einem Preisgeld von 5.000 EUR für viel Aufregung. Dieser wurde an den Ehemann der deutschen Astronautin Insa Thiele-Eich verliehen – weil er in Elternzeit ging. Viele kritische Stimmen waren der Auffassung, dass ein Vater für etwas ausgezeichnet wird, was für Mütter in unserer Gesellschaft meistens ganz normal ist. Die Wahl der Jury, aber auch der nachfolgende Shitstorm zeigen, dass die intensive Wahrnehmung von Väterrechten scheinbar immer noch Exotenfall-Status hat.

Auch Familienministerin Franziska Giffey äußerte sich vor Kurzem zum Thema Väterrechte und machte sich dafür stark, Väter unterhaltsrechtlich besser zu stellen. Es gehe nicht an, »dass der Vater weiterhin den vollen Unterhalt zahlen muss, auch wenn das Kind viel Zeit bei ihm verbringt und sogar ein eigenes Zimmer bei ihm hat.« Giffey löste damit eine neue Diskussion über eine Reform des Unterhaltsrechts aus, erntete aber auch Kritik von Alleinerziehenden-Verbänden.

Gleichzeitig bewegt sich auch auf europäischer Ebene Einiges: Die neue EU-Vereinbarkeitsrichtlinie sieht unter anderem einen neuen »Vaterschaftsurlaub« vor. Väter sollen ein Recht auf bezahlte Arbeitsfreistellung für die Dauer von zehn Tagen haben und Lohnersatz mindestens in Höhe des Krankengeldes erhalten. Inwieweit diese Regelungen in nationales Recht umgewandelt werden, bleibt allerdings abzuwarten.

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