Vaterschaft im Wandel

Väter spüren heute den Druck, vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden. Erfolgreich im Beruf, liebevoll als Vater, Gefühle zeigend in der Partnerschaft. Was macht das mit Vätern? Welchen Spagat können sie überhaupt leisten zwischen Held sein und der »Männergrippe«? Ein Blick aus Papa-Sicht.

Michael Busch

An Eltern, und damit auch Väter, werden heute mehr Anforderungen denn je gestellt. Sie sollen die verschiedensten Rollen erfüllen und das am besten noch gleichzeitig. In Zeiten von Multitasking wird es selbstverständlich auch von den »Herren der Schöpfung« erwartet z. B. der »Macher« zu sein und das Leben zu rocken und dabei als Partner und Papa Gefühle zu zeigen und zeitlich präsent zu sein, erst recht mit Familie.

Rollenkünstler – die Quadratur des Kreises

Partner, Ernährer, Zuhörer, Diskussionspartner, Held ohne Umhang, Spielkamerad, Tröster, Streitschlichter, Bespaßer, Rückenfreihalter, Geschäftspartner, Liebhaber, Freund, Koch, Lexikon, trainierter Cola-Werbungs-Mann, Aufräumer, Umsorger, Coach in jeglichen Lebenslagen, Müll-Rausbringer, Gassi-Geher, Einkäufer, Mitarbeiter, Angestellter, Team-Mitglied, Handybesitzer, (gibt es noch Hobbies?), …

Die Liste der Anforderungen an Eltern insgesamt und damit eben auch an Männer, im speziellen an Väter, ist ellenlang. Oftmals frage ich mich, wie ich dem gerecht werden kann. Das geht vielleicht häufig, in dem ich mehr oder weniger gekonnt von einer Rolle in die nächste springe, um mich zum Beispiel nach dem Popoabwischen des Jüngsten im Türrahmen zu zeigen, ohne all zu sehr abgehetzt zu scheinen, wenn die Liebste nach mir ruft. – »Ja mein Schatz!?«

Das Problem an der Sache ist, häufig wird von Männern einfach erwartet, dass sie »Helden« sind.

Aber Hand aufs Herz – ganz oft ist es uns als Eltern nicht einfach so möglich, die von außen auf uns einströmenden Erwartungen zu erfüllen, nämlich dann, wenn viele Anforderungen gleichzeitig auf uns niederprasseln, nach dem Motto »Wer bin ich und wenn ja, wie viele?«. Das passiert aber fast nie, richtig? Eben …

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