Von Vater zu Vater

Eine Kolumne von Benedikt Hommel

Weißt du, der du ein neuer Vater werden willst, dass deine Arbeit bei der Geburt deines Kindes nicht damit beendet ist, dass du deine Partnerin sicher ins Krankenhaus abgeliefert hast? Vielleicht denkst du dir: Jetzt sind die Fachleute, die Ärzte an der Reihe. Ich denke, du solltest diesen wichtigen Akt, die Geburt deines Kindes und deiner Vaterschaft, nicht vorschnell an andere abgeben, die dir und den deinen eine Sicherheit versprechen, die es nicht gibt. Wer sollte besser wissen als du und deine Partnerin, was ihr für die Geburt braucht? Geburt ist keine Krankheit oder ein technisches Problem, das sich wie ein Auto reparieren lässt. Höre gut in dich hinein und frage dich, ob du nicht doch den Mut aufbringst beteiligt zu sein, wenn du zum Vater geboren wirst. Auch wenn du dich nur als Statist oder am Rande fühlen solltest, so schenke deiner Partnerin deine Präsenz. Es ist dein Kind, was da auf die Welt kommt. Aus der Sicht des Kindes wirst du das auch immer bleiben. Du bist jetzt Vater!

Mache dir bewusst, dass du näher ran gehen musst an das größte Wunder deines Lebens. Du bist gefragt mit all deiner Kraft und deinem Verstand. Suche den Kontakt zu deinem Kind, indem du dich um die Pflege und die Bedürfnisse deines Kindes kümmerst. Überlass das nicht Frauen, die durchscheinen lassen, du hättest darin zwei linke Hände oder du würdest den Strampler verkehrt herum anziehen. Darauf kommt es nicht an. Nimm dir die Zeit und die Ruhe, zu beobachten, was dein Kind braucht. Sei vorsichtig und eile dich nicht. Entschleunige dich, denn dein Baby erschrickt schnell. Verlass dich auf das, was du wahrnimmst, wie du auch genau beobachtest, wenn es ein Problem auf deiner Arbeit zu lösen gilt. Auch dort lässt du dich nicht von den ersten Unklarheiten verunsichern. Hier bist du als ganzer Mann gefragt mit all deiner Ausdauer und deiner (inneren) Kraft.

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