Es heißt immer noch Kindergarten!

Ein Kommentar von Angelika Mauel

In über vierzig Ländern wurde der vom »Vater der Kindergärten«, dem Reformpädagogen Friedrich Fröbel, gewählte Name übernommen. Bei uns aber breitet sich in den Medien, im Amtsdeutsch und in der Bevölkerung das Kürzel »Kita« für Kindertagesstätte aus. Kinder immerhin scheinen noch lieber »Kindergarten« zu sagen.

Seit nicht mehr ausschließlich vom »Kindergarten« die Rede ist, wird mehr vom »Außengelände« als vom »Garten« gesprochen. »Ein herrliches Außengelände« schwärmte 2008 in Berlin Ursula von der Leyen über die triste Dachterrasse der Wolkenzwerge im sechsten Stock eines Hochhauses des Springer Konzerns. Fehlender Mutterboden, Gitter und Fangnetze in luftiger Höhe wurden durch ihr Erscheinen und die positive Presse verbal aufgewertet.

Mit Kunstrasen, Fallschutzmatten und anderen Surrogaten für natürlichen Boden lassen sich Geschäfte machen. Andererseits gibt es endlich Unternehmen, die es verstehen, naturnah gestaltete Gärten und Wiesen anzulegen, wo Kinder balancieren, auf Hügeln kraxeln, toben, Wasser pumpen, Staudämme bauen, säen, ernten, Blumen pflücken und ganz viel lernen können.

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