Mythos Geburtsschmerz Gibt es schmerzfreie Geburten wirklich?

Schwangere fürchten ihn häufig – den Geburtsschmerz. Andere Mütter berichten von schmerzfreien Geburten. Selbst ein und dieselbe Frau kann beide Extreme in zwei Geburten erfahren – eine unerträglich schmerzhafte Geburt und die nächste angenehm bis schmerzfrei. Was sind die Mechanismen hinter dem Schmerzerleben und wie können wir Frauen dieses Wissen für unsere Geburten selbst nutzen? Eine Psychologin erklärt.

Steffi Reimer

Sie kennen vermutlich Geschichten wie diese: Svenja liegt schreiend vor Schmerzen in den Wehen, sie ist nach 25 Stunden Geburtsarbeit völlig erschöpft. Dem Geburtsstillstand folgte der letztlich rettende Kaiserschnitt. Als sie erwacht, muss sie realisieren, dass sie wohl Mutter geworden ist. Das Baby schreit. Die Mutter ist erschöpft, traurig und desillusioniert. Eine Albtraumgeburt.

Vielleicht haben Sie auch schon eine Geschichte dieser Art gehört: Susi stellt nach fünf Stunden Wehen erstaunt fest, dass der Muttermund bereits vollkommen offen ist. Sie wiegt sich in den Wehen und ihr Gesicht verrät, dass sie ihre Wehenpausen zum Entspannen gut nutzen kann. Sie wirkt wie versunken im Geburtsprozess. Tiefe Töne verleihen der Kraft ihrer Wehen Ausdruck. Sie gebärt ihr Kind im Vertrauen auf sich selbst. Sie gibt an, keine Schmerzen empfunden zu haben. Eine Traumgeburt. Und zwischen diesen beiden Extremen gibt es mannigfaltige Grautöne. Denn jede Geburt ist einzigartig.

Ich selbst habe beides erlebt: den Geburtsalbtraum und die Traumgeburt. Und das ist nicht nur meine Erfahrung, sondern die von vielen Frauen. Das bedeutet, dass eine Frau nach einer belastenden Geburt berechtigte Hoffnung haben darf, dass sie ihre nächste Geburt anders erleben kann.

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