Wir lernen, was wir wollen!

Das ABC erläutert zentrale Begriffe, die immer wieder im Zusammenhang mit Demokratischen Schulen genannt werden. (Teil 14)

Martin Wilke

N wie Nichtstun

Wenn Eltern ihre Kinder am Nachmittag fragen, was sie heute in der Schule getan haben, bekommen sie mitunter zu hören: »nichts«.

Man kann nicht – im wörtlichen Sinne – »nichts tun«. Man tut immer etwas. Ob einem selbst das bewusst ist und ob das für andere sichtbar ist, ist eine andere Frage. Oft ist es schwer, das eigene Handeln in für andere verständliche Worte zu fassen, und um anderen Leuten Einzelheiten zu ersparen, die sie nur langweilen würden, sagt man der Einfachheit halber, man habe »nichts« getan. Gemeint ist: »Nichts, was dich groß interessieren würde.«

Da Lernen im Inneren eines Menschen stattfindet, ist es für andere oft nicht sichtbar: z. B. anderen zusehen, die Umgebung auf sich wirken lassen und Eindrücke sammeln, über etwas nachdenken und seine Gedanken ordnen.

Landläufig verstehen Leute unter »Nichtstun« Rumhängen, Chillen, Entspannen. Auch Spielen und mit anderen zu quatschen wird oft als »Nichtstun« abgetan, obwohl diese Dinge für die Entwicklung eines jungen Menschen wichtig sind.

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