Wir lernen, was wir wollen!

Das ABC erläutert zentrale Begriffe, die immer wieder im Zusammenhang mit Demokratischen Schulen genannt werden. (Teil 15)

Martin Wilke

O wie Ordnung

Ordnung klingt zunächst nach einer dieser konservativen Tugenden, die manch einer in einer freien Lernumgebung eher nicht vermuten würde. Tatsächlich braucht jedes komplexe System, insbesondere jedes Gemeinwesen eine Ordnung. In einem demokratischen Gemeinwesen wie einer Demokratischen Schule ist die Ordnung nicht einfach gegeben oder von oben bestimmt, sondern wird von den Beteiligten gemeinsam festgelegt.

Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen und Toleranzgrenzen. Einige legen großen Wert darauf, dass alles immer aufgeräumt ist und kein Staub zu sehen ist; anderen ist das egal oder sie fühlen sich in einer sterilen Umgebung eher unwohl. Daher muss die Schulgemeinschaft sich darüber verständigen, welches Maß an Ordnung und Sauberkeit gewünscht ist und praktikabel ist.

Dreck wegmachen

Üblicherweise gilt in Demokratischen Schulen, dass jeder den von ihm selbst verursachten Dreck wegmachen muss. Das gilt sowohl für Verpackungsmüll und Papierschnipsel als auch für Essensreste, Krümel und Kleckerflecken. Bei Dreck, der nicht eindeutig einer einzelnen Person zuzuordnen ist, sondern durch eine Gruppenaktivität entstanden ist, ist dies schon komplexer. Eine mögliche Regelung ist, dass jeder, der an einer Gruppenaktivität beteiligt war, für das Beseitigen von Dreck und für das Aufräumen mitverantwortlich ist. Im Zweifelsfall kann man sich an jene wenden, die zuletzt beteiligt waren; diese können sich dann an diejenigen wenden, die früher aufgehört haben, aber nicht mit aufgeräumt oder saubergemacht haben.

In vielen Demokratischen Schulen verpflichten sich die Schüler und Begleiter, sich an der Reinigung des Gebäudes zu beteiligen.

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