Bildungspotpourri oder: Welche Bilder sehen Kinder in Krippen, Kitas, Schulen und Horten?

Ein Kommentar von Angelika Mauel

56 Grundschüler spielen in ihrer sogenannten Freizeit in einem Raum, so groß wie ein mittleres Klassenzimmer. Abenteuer Kindheit? Verantwortbare Unterbringung? – Auf Elternabenden regen sich Eltern lediglich über das Essen und die dreckigen Toiletten auf. In ihren Kitas wurden die Schüler üblicherweise auch schon auf wenig Platz betreut. Zwei bis zweieinhalb qm pro Kind im Gruppenraum gelten als legal. Lediglich für Krippenkinder muss es »etwas mehr« sein. Drei qm im Gruppenraum Münchner Kitas, ansonsten sollen dreieinhalb qm genügen ... Kein Wunder, dass es unter Krippenkindern immer wieder zu Bissverletzungen kommt. Auch pädagogische Fachkräfte haben sich an Mindeststandards gewöhnt. Obwohl acht Krippenkinder pro Gruppe als akzeptable Obergrenze angesehen werden könnten, gibt es heute Erzieher und Eltern, die bereit sind, fünfzehn bis zwanzig »Krippies« in einem Gruppenraum betreuen zu lassen. Regelmäßig, im sogenannten Notfall ... Wären sie es nicht, müssten Kinder abgeholt werden ...

Ist das nun strukturelle oder kulturelle Gewalt gegenüber Kindern? Gegenüber Erzieherinnen? Und wenn ja, wer sind die Täter? Ich meine, unsere Politiker können unmöglich für alles »die Verantwortlichen« sein. Sie sind eher die Unverantwortlichen. Nicht im Traum fällt es ihnen ein, zu fragen, ob Grundschüler einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung haben wollen oder ob Erzieherinnen es gut finden, wie lange Kleinkinder in ihrer Obhut sind. Viele Antworten wären ein klares »Nein!«.

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