Wir lernen, was wir wollen!

Das ABC erläutert zentrale Begriffe, die immer wieder im Zusammenhang mit Demokratischen Schulen genannt werden. (Teil 18)

Martin Wilke

R wie Rechte, Regeln und Rechtssystem

Wenn Menschen, die noch nicht sehr mit Demokratischen Schulen vertraut sind, hören, dass die Schüler umfassend über ihr Lernen selbst bestimmen können, nehmen sie nicht selten an, dass es dort keine Regeln gäbe. Oft ist jedoch das Gegenteil der Fall. Demokratische Schulen zählen zu den Schulen mit den meisten Regeln.

Warum überhaupt Regeln?

Regeln dienen dazu, das Zusammenleben von Menschen zu organisieren. Wenn es Regeln gibt, müssen die Beteiligten nicht immer alles neu aushandeln, was insbesondere in größeren Gruppen kaum praktikabel wäre. Regeln schaffen somit Planbarkeit und Verlässlichkeit und können willkürlichen oder launischen Einzelfallentscheidungen vorbeugen.

Entscheidend ist allerdings, dass Regeln auf demokratische Weise beschlossen werden, d. h. durch die Schulversammlung, in der alle Schüler und Mitarbeiter eine gleichwertige Stimme haben.

Es gibt in Demokratischen Schulen häufig viele Regeln, weil es keinen »Chef« gibt, keine Leitungsperson, die alle möglichen Dinge alleine festlegen kann. Daher benötigt eine kollektiv geführte Schule ein Set an Regeln, was die meisten Dinge im Alltag organisiert.

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