Das erziehungsfreie Leben im Alltag (und seine Tücken)

Du fragst, wir antworten!

Eine Antwort von Sylvia K. Will

Frage: Ich habe drei Kinder (8, 6 Jahre und 9 Monate alt). Mein mittlerer Sohn war schon immer ein eher schwieriges Kind mit ausgeprägten Trotzphasen im Kleinkindalter, Wutausbrüchen und insgesamt stark unangepasstem Verhalten. Wir waren damals deswegen schon bei einer Kindertherapeutin, dort habe ich viele Dinge gelernt, die unser Familienleben verbessert haben. Seit einigen Wochen nehmen die Verhaltensprobleme aber wieder zu und ich weiß mir keinen Rat mehr. Ich reagiere meistens aggressiv, habe keine Geduld mehr und schäme mich auch so oft für sein Verhalten. Ich habe das Gefühl komplett versagt zu haben. Und ich habe große Angst davor, mein Kind irgendwann nicht mehr anzuschauen zu können und zu denken, dass ich es liebe, weil es mich so nervt. Was soll ich nur tun?

Die Elternschaft stellt uns vor besondere Herausforderungen. Wir brauchen für unsere Elternrolle Visionen und Ideale, an denen wir uns orientieren, in dem Wissen, dass wir aufgrund unserer eigenen Ängste, Geschichte, erlebten Verletzungen und Bindungserfahrungen diese niemals vollständig werden erfüllen und leben können. Also brauchen wir neben diesen Visionen Mitgefühl und Verständnis für uns selbst und unsere immer andauernden Prozesse.

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