Die Kümmerfalle

von Susanne Garsoffky & Britta Sembach

DVA, ISBN: 978-3-421-04872-1, 18,00 Euro

In Deutschland sind es hauptsächlich Frauen, die sich um die Erziehung von Kindern und die Pflege von Angehörigen kümmern und dafür werden sie noch abgestraft. So lässt sich die These der Autorinnen auf den Punkt bringen.

In vier von fünf Kapiteln, diskutieren die beiden Reporterinnen und studierte Politikwissenschaftlerinnen ausführlich die Fallen, in die Frauen heute immer noch häufig tappen. So kritisieren sie im ersten Kapitel Die Scheidungsfalle vor allem die Reform des Unterhaltsrechts, die vor allem Frauen, die in der Ehe den Großteil der Carearbeit übernommen und dafür auf berufliches Weiterkommen verzichtet habe, abstraft. Denn die nacheheliche Sorge trifft sie besonders hart. Das heißt, dass diese Frauen in der Ehe beruflich zurückgesteckt haben, dadurch natürlich deutlich schlechter verdienen als die Männer. Durch die Unterhaltsreform von 2008 bekommen sie allerdings keinerlei finanziellen Ausgleich für die geleistete Carearbeit.

Im zweiten Kapitel Die Gleichmachfalle machen die Autorinnen einen Ausflug in Biologie und Evolution, um so die Unterschiede zwischen den Geschlechtern (die in diesem Buch ausschließlich binär vorkommen) zu erklären. Hier gehen sie darauf ein, dass Fortpflanzung biologisch gesehen unterschiedliche »Kosten« für Männer und Frauen haben. So erklären sie, dass Frauen oft mehr Carearbeit leisten als Männer. Das Konzept klingt logisch, ich persönlich glaube aber nicht, dass dies die einzig mögliche Erklärung ist. Hier spielen mehrere tausend Jahre Patriarchat eben auch eine wichtige Rolle.

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