Der Zweck von Schule muss sich ändern

Angesichts einer sich in hohem Tempo verändernden Welt müssen wir einen kritischen Blick auf Schule und Bildung werfen, denn diese verändert sich kaum. Und das ist ein Problem. Für unsere Kinder und ihre Zukunft. Eine persönliche Sichtweise: Es ist an der Zeit, eine Generation von »Problemlöser:innen« heranzubilden.

Zoe Weil

Es gibt viele Diskussionen und Debatten über Schulen und Bildung. Dazu gehören die Auswirkungen der Pandemie auf Schüler:innen und Lehrer:innen, das massenhafte Ausscheiden von Lehrer:innen aus dem Beruf, Depressionen und Ängste bei Kindern, verbotene Bücher und Themen sowie polarisierte Schulgemeinschaften und Schulkremien, um nur einige zu nennen.

Die wichtigste Frage wird noch nicht angemessen gestellt und beantwortet: Was sollte der Zweck von Bildung sein?

Stellen wir uns DIE Frage!

Wenn wir uns diese Frage nicht stellen und versuchen, sie zu beantworten, können wir nicht sicherstellen, dass das Bildungssystem für unsere Zeit angemessen ist, und die Schulen werden sich nicht auf das konzentrieren, was für die Schüler:innen und die Zukunft, die sie erben und gestalten werden, am wichtigsten ist.

Wenn ich Workshops zur beruflichen Weiterbildung von Lehrer:innen gebe, bitte ich die Teilnehmenden oft, aufzuschreiben, was ihrer Meinung nach das Ziel von Bildung sein sollte.

Hier ist einiges von dem, was sie geschrieben haben:

»Wege finden, um unsere Leidenschaften und Talente in einer sich ständig verändernden Welt zu unserem eigenen Wohl und Seelenfrieden und dem der Welt zu nutzen.«

»Den Menschen beibringen, wie sie denken und lernen sollen, nicht was sie denken und lernen sollen.«

»Die Jugendlichen sollen lernen, angesichts der Herausforderungen des realen Lebens kritisch und mitfühlend zu denken.«

»Empathie zu fördern, kritisches Denken und gemeinschaftliche Problemlösungen zu unterstützen und Jugendliche zu ermutigen, eine gerechte, mitfühlende und nachhaltige globale Gemeinschaft für alle Lebewesen und den Planeten zu schaffen.«

Keine dieser Aussagen über den Zweck von Bildung spiegelt das derzeitige Ziel in den Vereinigten Staaten wider, das darin besteht, »die Leistungen der Schüler:innen zu fördern und sie auf den globalen Wettbewerb vorzubereiten«.

Die »Vorbereitung der Schüler:innen auf den globalen Wettbewerb« ist zwar schon seit Jahrzehnten ein Schlagwort, aber ist es überraschend, dass dies der eigentliche Auftrag des US-Bildungsministeriums ist?

Als ich dies zum ersten Mal entdeckte, war ich schockiert. Ich dachte, das Konzept der Bildung für die globale Wettbewerbsfähigkeit stamme von Politikern und den Medien und nicht von den Verantwortlichen im Bildungswesen, die den Auftrag unseres Bildungssystems festlegen.

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